Franz Hoellering
Franz Hoellering (Höllering) wurde 1896 Baden bei Wien geboren und starb 1968 in München. Er studierte Jus, arbeitete jedoch nach seinem Studium an verschiedenen Theatern in Österreich und der Tschechoslowakei. Ende der 1920er Jahre zog er nach Berlin und arbeitete mit Bertolt Brecht und John Heartfield. Er war Hrsg. der Sportzeitung "Arena". 1929 schrieb er das Drehbuch zu dem Film von Karl Grune "Katharina Knie" nach dem Stück von Carl Zuckmayer. In Folge war er Redakteur der AIZ und Chefredakteur des Ullstein-Blattes "BZ am Mittag". Wegen seiner strikten Ablehnung Adolf Hitlers wurde er im Dezember 1931 seines Postens enthoben. 1932 wurde er Ullstein-Korrespondent in den USA. Im Jänner 1933 kehrte er nach Berlin zurück, wurde Herausgeber des links-demokratischen "12 Uhr Blattes" und Herausgeber der linken Zeitschrift "Film und Volk".
Am 5. März 1933 Flucht nach Prag. 1933-38 Chefredakteur von "Prager Mittag" und Mitarbeit an "Der Monat" (Prag). Im Oktober 1938 Flucht nach NY. Er arbeitete als freier Publizist. Mitarbeit bei den Zeitschriften "The Nation", "Esquire", "Red Book". Im 2. Weltkrieg Tätigkeit für die NYer Oversee Branch des OWI. Redakteur deutschsprachiger Sendungen bei Donovan Broadcast, NY, wo 1942 auch sein Freund Bertold Viertel arbeitete. Übersetzte US-amerikanische Autoren ins Deutsche (u.a. "Die Nacht des Leguan" und "Süßer Vogel Jugend" von Tennessee Williams) und wird US-Bürger. Verfasser von Filmdrehbüchern.
Im Sommer 1940 erschien „The Defenders“ im New Yorker Verlag „Little, Brown & Co.“ Der Übersetzer des auf Deutsch verfassten Originals war Ludwig Lewisohn, ein amerikanischer Germanist, der 1944 Herausgeber der offiziellen zionistischen Zeitschrift „The New Palestine“ wurde. Im Jahr 1948 war Lewisohn auch an der Gründung der New Yorker Brandeis University beteiligt.
Am 17. Juli 1942 wurde Franz Höllering als Jude und als politisch Verfemter, unmittelbar nach seiner Ausbürgerung am 2. März 1942, von der Universität Wien der juristische Doktorgrad aberkannt. Die Nazis hatten wohl die Radiosendung gehört und sich an ihr „Hassobjekt“ erinnert. Es dauerte bis zum 15. Mai 1955, dass dieser nationalsozialistische Willkürakt rückgängig gemacht wurde.
Bevor Franz Höllering nach Europa zurück kehrte, lebte er eine Zeit lang in New Jersey und zwar in Pennington. Nicht irgendwo dort, sondern auf der „Brookdale Farm“, die damals zur Hälfte niemand anderem gehörte als Muriel Gardiner-Buttinger, der wohlhabenden amerikanischen Ehefrau des Leiters der Revolutionären Sozialisten Josef Buttinger. 1947 kam Höllerings erster Roman auch in der originalen deutschen Version im Europa-Verlag als „Die Verteidiger“ heraus. Es gab sowohl eine positive Rezeption in der kommunistischen „Österreichischen Volksstimme“ als auch in der sozialdemokratischen „Arbeiter-Zeitung“ und in den von den US-amerikanischen Behörden herausgegeben und den Konservativen nahestehenden „Oberösterreichischen Nachrichten“.
Franz Höllering kehrte 1953 nach Europa zurück und ließ sich in München nieder, wo wer 1968 starb.