AKTUELLES

Herzliche Veranstaltungseinladung!

Mittwoch, 23. April 2014, 19 Uhr im Republikanischen Club - Neues Österreich
1010 Wien, Rockhgasse 1

Präsentation der Neuausgabe von Karl Auschs
Als die Banken fielen. Zur
Soziologie der politischen Korruption


Es gilt an diesem Abend nicht nur ein wichtiges und lange vergriffenes Buch über den schwerwiegendsten Korruptionsskandal und die damit verbundene größte Bankenkrise der Ersten Republik vorzustellen und auf seine Aktualität zu überprüfen, sondern auch dessen Autor Karl Ausch, einen der bedeutendsten österreichischen Ökonomen im Exil und nach 1945, in Erinnerung zu rufen.

Mit Heinz KIENZL, Ferdinand LACINA und Brigitte LEHMANN. Moderation: SIBYLLE SUMMER.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der
Theodor Kramer Gesellschaft.

Karl Ausch: Als die Banken fielen. Zur Soziologie der politischen Korruption. Mit einem Vorwort von Ferdinand Lacina.  Herausgegeben von Alexander Emanuely und Brigitte Lehmann. Wien: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft 2013. 396 S. ISBN 978-3-901602-51-1. Euro 30,-

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Herzliche Veranstaltungseinladung!

Dienstag, 29. April, 19 Uhr
five plus art gallery
1040 Wien, Argentinierstr. 41


Kunst und Krieg

Veronika Seyr (Autorin), Konstantin Kaiser (Einführung) und Maria Harpner (Lesung)
stellen "Forellenschlachten", das große Buch über die innerjugoslawischen Kriege 1991-1999
, vor.

Wolfgang Petritsch schreibt dazu in seinem Vorwort:

»Veronika Seyr scheut nicht davor zurück, die Dinge beim Namen zu nennen. Beeindruckend die Schilderungen
vom Zusammentreffen mit den Hauptakteuren des Dramas: Der gewiefte Milošević, wie ich ihn selbst erlebt habe, als Präsident Jugoslawiens und dann als Häftling in Den Haag ... der eitle Gockel Karadžić oder Tuđman, der Nationalkommunist und kongeniale Partner seines Belgrader Wendekollegen bei der Zerschlagung Bosniens ...«

Im Anschluss bitten wir zu einer Erfrischung und einem Umtrunk.
Wir bitten um Bestätigung der Teilnahme an:

< Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. >

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Veranstaltungshinweis

Dienstag, 29. April 2014, 20 Uhr, Musikschule Krems, Hafnerplatz 2, A-3500 Krems:
Lesung: Iakovos Kambanellis – "Die Freiheit kam im Mai" aus dem Griechischen erstmals ins Deutsche übersetzt von Elena Strubakis.

Es lesen Franz Richard Reiter und Elena Strubakis.
Konzert: Iakovos Kambanellis, Mikis Theodorakis – "Mauthausen Cantata".
Es singt Olga Kessaris, begleitet von ihrem Ensemble.

Eintritt frei! Mit Unterstützung durch das NÖ Kulturforum.
Veranstaltung auf Facebook: https://www.facebook.com/events/635889693149909/
Weitere Links: http://www.elena-strubakis.com/, http://www.ephelant-verlag.at/, http://www.olgitsa.com/

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Neuerscheinung im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft!

 
Veronika Seyr
FORELLENSCHLACHTEN
33 Briefe aus dem vergessenen Krieg

Mit einem Vorwort von Wolfgang Petritsch:
Wie Jugoslawien der Welt abhanden kam


Erscheint Anfang April 2014 im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft!
Broschiert 18 x 24 cm, 416 Seiten, Ladenverkaufspreis Euro 30,-/SFr 36,-
ISBN 978-3-901602-54-2

1991-1999 tobte in Jugoslawien auf wechselnden Schauplätzen ein Krieg mit Massenmorden, ethnischen Säuberungen, Vertreibungen. Er begann in Slowenien, erreichte seinen Höhepunkt in Bosnien und Herzegowina, endete mit der Bombardierung Serbiens durch die NATO. Anstelle eines Bundesstaates bestehen heute sieben souveräne Nationen. Veronika Seyr war 1991 bis 1997 Korrespondentin des ORF in Belgrad und schildert in 33 Briefen an eine Freundin, was sie sah und hörte.

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Die neue Ausgabe der Zeitschrift Zwischenwelt, Jahrgang 30, Nr. 3-4/Dezember 2013 ist mit dem Schwerpunkt Exil in Brasilien erschienen! 

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Verlagsprogramm der Theodor Kramer Gesellschaft:

Ulrich Becher: "Ich lebe in der Apokalypse". Briefe aus dem Exil.
Herausgegeben und eingeleitet von Martin Roda Becher in Zusammenarbeit mit Dieter Häner und Marina Sommer. Wien: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft 2012. 303 S. ISBN 978-3-901602-39-9. Euro 30,-.

Der Exilbriefwechsel Ulrich Bechers mit seinen Eltern enthält einige wenige Briefe aus der Jugendzeit in Deutschland, 65 der 70 Briefe erreichten die Eltern bereits aus dem Exil. Auch die Eltern, Richard und Elisa Becher, mußten, als Juden verfolgt, Deutschland verlassen und fanden schließlich in den USA ein Asyl.
Dieser Briefwechsel ist ein bedeutendes Dokument der Briefkultur im Exil, der Versuch, über Meere und Grenzen hinweg den Zusammenhalt zu wahren, sich über die Fragen der Zeit und die Unzahl persönlicher Probleme des Exils zu verständigen und sich auch über große Entfernungen hinweg gegenseitig beizustehen.

Erschienen im November 2012.

Sophie Roth: Für mein Schurlikind. Tagebuch 1940 - 1944.
Herausgegeben und kommentiert von Evelyn Adunka. (Reihe anders erinnern, Band 7). Wien: Theodor Kramer Gesellschaft 2012. 95 S. ISBN-13 978-3-901602-48-1. Euro 12,-

 

Sopie Roth (1901-1974), geborene Landau, lebte von 1914 bis 1938 in Wien, zusammen mit ihrem Ehemann Norbert, einem Angestellten und Geschäftsmann, und ihren beiden Söhnen Erwin (geboren 1924) und Richard Georg (genannt Schurli, geboren 1928).

Im Herbst 1938 erkrankte Richard Georg an Leukämie.  Er starb im Oktober 1939 in Manchester.  Das hier vollständig wiedergegebene Tagebuch beschreibt den dramatischen Kampf um das Leben des Kindes im Wiener Rothschildspital und in Großbritannien, wohin das jüdische Ehepaar im August 1939 flüchtete.

Es erwähnt auch die Zeitereignisse und wird damit zu einem menschlich und historisch besonders tragischen und ergreifenden Dokument.

 

Alfredo Bauer: Die Vorgänger .
Herausgegeben von Monika Tschuggnall. Aus dem Spanischen von A. Bauer und Christiane Barckhausen. Mit einem Vorwort von Felix Mitterer. Hardcover. Leinengebunden. 768 Seiten. ISBN: 978-3-901602-46-7. Euro 36,-.

Die fünf Romane, aus denen sich die Pentalogie „Die Vorgänger“ zusammensetzt, stellen eines der Hauptwerke der österreichischen Exilliteratur dar. Es ist eine große Abrechnung mit der Geschichte von 1848 bis 1938, mit den Siegen und Niederlagen im Kampf um jüdische Emanzipation, Demokratie und soziale Gerechtigkeit in Österreich. 
Alfredo Bauers Romanzyklus „Los compañeros antepasados“ erschien bereits Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre auf Spanisch in Buenos Aires und liegt nun erstmals vollständig in deutscher Übersetzung vor. Mit der souveränen Naivität des geborenen Erzählers verwebt Bauer Zeitgeschichte und Fiktion, Familien- und Weltgeschichte, trügerischen Glanz und werktätiges Streben im Leben seiner Figuren. Und den Bewohnern des Landes, aus dem er flüchten musste, ruft er mit seinem Werk zu: „Hier ist die Rose, hier tanze!“

„Das, was hier nun vorliegt, ist das in einem Buch zusammengefasste Lebenswerk eines großen, unbeugsamen Mannes.“ (Felix Mitterer)

„Alfredo Bauer ist ein altmodischer Moralist, dessen positive Helden zuversichtlich sind, die Geschichte bewegen zu können.“ (Erich Hackl)

„Eine Tugend der Bauerschen Erzählweise ist die Genauigkeit, die niemals in Penibilität ausartet.“ (Literatur und Kritik)

Drucklegung gefördert durch die Stadt Wien-Kultur und das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.

Erschienen im April 2012 !

Pressemappe_Alfredo_Bauer_Die_Vorgänger

 

Zwischenwelt 12: Subjekt des Erinnerns?
Hg. von Helene Belndorfer, Siglinde Bolbecher, Peter Roessler und Herbert Staud. Wien und Klagenfurt/Celovec: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft und Drava 2012. Br. 280 S. ISBN: 978-3-85435-628-8. Eur 24,90-


Wer arbeitet und wozu über Vertreibung, Exil, Konzentrationslager, Widerstand? Statt der notorischen Frage nach der Zuverlässigkeit der Erinnerung fragt »Subjekt des Erinnerns?« nach den Motiven und Strategien derer, die sich erinnern und an der Erinnerung arbeiten. Das Ziel ist eine kopernikanische Wende in der Einnerungskultur, gelebte Differenz statt Distanzierung vom historisch Geschehenen. Das Buch fasst die Ergebnisse des Symposiums zum 25­jährigen Bestehen der Theodor­Kramer­Gesellschaft zusammen. InitiatorInnen von Gedenkstätten, SchriftstellerInnen, WissenschaftlerInnen kommen gleichermaßen zu Wort.

Erschienen im Mai 2012!

EXIL- Literatur und Gedächtnis. Ein Lesebuch.
Hg. Alexander Emanuely, Judith Goetz und Thomas Wallerberger. Wien : Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft 2012. 160 Seiten. Euro 12,-. ISBN: 978-3-901602-47-4.

Das EXIL-Lesebuch versucht die Stimmen jener Menschen in den Vordergrund zu stellen und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die als wichtige ZeitzeugInnen ihre Erfahrungen und Emotionen im Exil festhielten, wie Annette Richter, Stella Rotenberg, Otto Harpner, Anna Krommer, Bill Spira, Hermann Hakel, Berthold Viertel, Susanne Wantoch, Ernst Ritter, Bruno Schwebel und Alfredo Bauer. Das Lesebuch soll auch einen ersten Einblick in die Exilforschung ermöglichen, wichtige Erkenntnisse zusammenzufassen sowie aufgeworfenen Fragen Antworten geben. Dabei vermitteln uns die AutorInnen Susanne Alge, Rita Thalmann, Konstantin Kaiser und SIglinde Bolbecher deutlich, dass die Exilforschung weit davon entfernt ist, zum Stillstand zu kommen bzw. kommen zu dürfen. Besonders freut es uns daher auch, dass wir drei Studierende, bzw. junge ForscherInnen - Jill Meißner, Martin Krempel und Irene Messinger - dafür gewinnen konnten, ihre eigenen Arbeiten mit bislang unveröffentlichten Forschungsergebnissen für die vorliegende Publikation zur Verfügung zu stellen.
2011 ist "MÄRZ. Literatur und Gedächtnis. März 1938" in Kooperation mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft und LICRA-Österreich erschienen. Mit "EXIL" wird die Reihe fortgesetzt, diesmal haben wir die ÖH-Salzburg als zusätzliche Kooperationspartnerin dazugewonnen. Es sind weitere Bände geplant, eines zum Widerstand und eines zum Leben der Verfolgten, Exilierten, WiderstandskämpferInnen nach 1945.

Erschienen im Mai 2012!

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Feierliche Verabschiedung von Siglinde Bolbecher

Die feierliche Verabschiedung von Siglinde Bolbecher fand am Freitag, 3. August, 14 Uhr, am Zentralfriedhof der Stadt Wien, Tor 2, Halle 2, statt.
Anschließend wurden ihre sterblichen Überreste in einer von der Stadt Wien ehrenhalber gewidmeten Grabstätte beigesetzt.

Die Angehörigen, Konstantin und Olivia Kaiser, bitten von Kranz- und Blumenspenden abzusehen und das Geld stattdessen der Theodor Kramer Gesellschaft mit dem Vermerk "Donation Siglinde" zu spenden (Bank Austria, BLZ 12000, Nr. 671074805, IBAN = AT26 1200 0006 7107 4805 /BIC = BKAUATWW), oder aber dem Verein zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur, dessen Vorsitzende Siglinde war (BAWAG, BLZ 14000, Konto-Nr. 02710665055).

Parte Siglinde Bolbecher PDF

Wir trauern um Siglinde Bolbecher!

Die MitarbeiterInnen der Theodor Kramer Gesellschaft.

Tief bestürzt und betroffen haben wir die traurige Aufgabe mitzuteilen, dass Siglinde Bolbecher am Freitag den 6. Juli 2012 frühmorgens, nach kurzer, schwerer Krankheit und im Kreise ihrer Familie gestorben ist.

Sie hat unsere Gesellschaft 1984 mitbegründet und Jahrzehnte lang, bis zuletzt, ihr Geschick gelenkt. Sie war uns als „Historikerin, Lyrikerin und Exilforscherin“, als Kollegin, aber vor allem als Freundin und Gefährtin eine wichtige Stütze und Hilfe. Sie wusste, wie man Geschichte lebendig machen kann, wie man Gegenwart für die wichtigen Themen unserer Arbeit – Exil, Widerstand und Literatur – herstellt. 
Sie hat uns das Wesentliche dafür beigebracht.

Siglinde Bolbecher hat die letzten 30 Jahre unablässig dafür gearbeitet und gekämpft, dass die vergessene Literatur der von den Nazis vertriebenen österreichischen SchriftstellerInnen wieder ihren Platz im Bewusstsein der Menschen bekommt. Vor allem weil diese Literatur zu Widerstand, zu Kritik, zum Nachdenken auffordert und zwingt. Treffend hat sie oft gesagt, dass „diejenigen, die Gesetze und Verordnungen gegen Flüchtlinge dekretieren, die Geschichte des Exils kennen sollten!“

Siglinde Bolbecher hat das „Lexikon der österreichischen Exilliteratur“, an dem 15 Jahre lang gearbeitet worden ist, 29 Jahrgänge der „Zwischenwelt“, vormals „Mit der Ziehharmonika“, und die „Buchreihe antifaschistische Literatur und Exilliteratur – Studien und Texte“ herausgegeben. Von Anfang an war es Siglinde Bolbecher ein zentrales Anliegen gewesen, dass den Autorinnen genauso viel Aufmerksamkeit erteilt wird, wie den Autoren. So entstanden Arbeiten zu und mit Stella Kadmon, Elisabeth Freundlich, Stella Rotenberg, Grete Oplatek, Eva Kollisch, T. Scarlett Epstein... 
Außerdem hat sie zahlreiche Ausstellungen und Symposien zur Literatur von Frauen im Exil und zum Frauen- und Männerbild im Nationalsozialismus organisiert. 
Und seit 2002 hat Siglinde Bolbecher die Frauen-Arbeitsgemeinschaft in der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung geleitet.

Noch im März 2012 ist Siglinde Bolbecher von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer für ihre Arbeit und dafür „wesentlich zur Erforschung und Verbreitung österreichischer Exilliteratur beigetragen“ zu haben, mit dem Goldenen Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden.

Uns hat Siglinde Bolbecher mit ihrer Freundschaft und Anwesenheit ausgezeichnet. 
Matthias Buch, Alexander Emanuely, Monika Tschuggnall

 

 

Siglinde Bolbecher (1952-2012)

 

 

Welch bestürzende Nachricht müssen wir erfahren – Siglinde Bolbecher, unsere liebe Freundin und hochgeschätzte Kollegin, ist am 6. Juli 2012, kurz nach Vollendung ihres 60. Lebensjahres, aus unserer Mitte gegangen. Für uns überraschend, obwohl wir um ihre schwere Krankheit wussten, musste sie so früh Abschied nehmen. Noch vor ein paar Monaten freuten wir uns aus tiefem Herzen mit ihr, als sie für ihre großartigen wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen mit dem Goldenen Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Republik Österreich von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im Parlament ausgezeichnet wurde.

Siglinde Bolbecher hat die Theodor Kramer Gesellschaft, zu deren BegründerInnen sie vor mehr als einem Vierteljahrhundert zählte, auf ihre einzigartige Weise geprägt, ohne Siglinde Bolbecher hätte unsere Zeitschrift „Zwischenwelt“ („Mit der Ziehharmonika“), deren Mitherausgeberin sie über all die Jahre hinweg war, nicht dieses einzigartige Gesicht und Format gewonnen. Vielen Menschen, die aus Österreich vertrieben, verfolgt, gedemütigt und ermordet wurden, hat Siglinde Bolbecher durch ihre unablässige, viele Jahrzehnte umfassende, kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit voller Sensibilität, mit hellwachem Bewusstsein und Klarheit wieder eine Stimme gegeben und ihnen ein würdiges Denkmal gesetzt.

Mit Siglinde Bolbecher verlieren wir eine Persönlichkeit, die eine lebendige Einheit von Kopf und Herz verkörperte, immer jenen am Rande, den aus dem Lande Gejagten, den Ausgegrenzten, den Gedemütigten und Vernichteten, auch den kleinen Leuten zugeneigt, immer im besten Sinne hochpolitisch und auf die wunderbarste Weise differenziert kritisch, immer aus der untrennbaren Einheit von Gefühl, Bewusstsein und großem Wissen sprechend und handelnd, immer der lebendigen Kreativität und allen kreativen Menschen verbunden. Ganz besonders galten ihre Arbeit und ihr Engagement den Frauen und ihren bedrängenden Lebensschicksalen.

Wir fühlen uns ihrer Arbeit sehr verbunden und wollen versuchen, diese in ihrem Geiste fortzusetzen.

Wir trauern aus ganzem Herzen um unsere Siglinde und entbieten ihrer Familie unsere aufrichtige Anteilnahme

Karl Müller, im Namen des Vorstandes der Theodor Kramer Gesellschaft

 

 

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Älteres:

Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich für Siglinde Bolbecher

Am 21. März 2012 wurde Siglinde Bolbecher im Parlament in Anwesenheit vieler Freundinnen und Freunde das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich übergeben. Schon Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hob in ihrer Begrüßung Siglindes Verdienste und ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Exilforschung hervor, eine Arbeit, die von Siglinde schon in den späten 1970er Jahren begonnen wurde.
Peter Roessler erinnerte sich in seiner Laudatio an gemeinsame Arbeiten, wie die an der Ausstellung samt begleitender Publikation "Kabarett und Satire im Widerstand 1933-1945" (1985), hob Siglindes Vielseitigkeit und Fähigkeit, in der Gruppe, im Team zu arbeiten, ebenso hervor wie ihre investigativen Fähigkeiten und ihre Urteilsfähigkeit. Drei große Leistungen Siglindes führte er an: das 2000 erschienene Lexikon der österreischischen Exilliteratur, die Zeitschrift "Mit der Ziehharmonika" bzw. "Zwischenwelt" seit 1984, die Buchreihe "Antifaschistische Literatur und Exilliteratur - Studien und Texte" seit 1987. - Die Laudatio wird im April-Heft (Nr. 1-2/2012) der "Zwischenwelt" nachzulesen sein.
In den von Siglinde Bolbecher gesprochenen Dankesworten ging sie vor allem auf ihre eigene Haltung, auf ihre Motive und ihre Glücksmomente und ein wenig auch auf die großen Belastungen und Schwierigkeiten ihrer Arbeit ein.

Beatrix Neundlinger mit instrumenteller Begleitung sang Lieder nach Texten von Heinz Rudolf Unger und Theodor Kramer. Auch bei der Verleihung des Theodor Kramer Preises am 25. Mai in Krems-Stein wird sie wieder dabei sein.
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"Grußbotschaft" von Elfriede Jelinek zum 25jährigen Bestehen der Theodor Kramer Gesellschaft und zum Symposium "Subjekt des Erinnerns?", 25. Juni 2009

Elfriede Jelinek bei der Buchpräsentation von "Flüchtlingskinder" von Claire Felsenburg am 27.2.2003 in ESRA.
Foto: Nina Jakl

 

Zur Erinnerung

Wir werden an uns noch viel zu arbeiten haben, um uns erinnern zu dürfen. Aber sich nicht zu erinnern, das ist nicht möglich. Es ist ein Arbeiten, um sich erinnern zu dürfen, wie um angeblich Unveränderliches zu ändern, was beides zusammengehört. Davor muß etwas geschehen sein. Wir müssen uns erinnern, schon deshalb, weil so vielen Subjekten das Erinnern genommen worden ist, denn es ist ihnen das Leben genommen worden. Der Lebensfaden ist ihnen von einem Mörderstaat abgeschnitten worden. Wir stehen für die Toten und Verfolgten ein und erinnern uns an sie und an ihrer Stelle (ohne sie je einnehmen zu können), weil es ohne dieses ständige Hervorholen der Vergangenheit nicht geht. Die Theodor Kramer Gesellschaft betreibt das Erinnern, das heißt, sie zwingt unsere Augen in eine bestimmte Blickrichtung. Wenn sie erwartungsfroh in die Zukunft schauen wollen, dann werden sie erst einmal in den Dienst des Vergangenen gestellt, weil die Zukunft anders nicht zu bekommen ist. Zukunft gibt es nicht mit Preisnachlaß und gratis schon gar nicht. Das Unterlassen, das Ausruhen und das Abstandnehmen wie das Abstandhalten können den Augen nicht gestattet werden.
Halten Sie Abstand, hier gibt es nichts zu sehen!, sagt der Polizist bei einem Unfall, den aber jeder Vorbeikommende unbedingt sehen muß, gerade weil er ja Abstand halten soll. Der Passant kann sich nicht mehr abwenden, obwohl ein Befehl an ihn ergangen ist. Jedes Auto soll Abstand halten, damit nichts passiert, wir aber dürfen zum Geschehenen keinen Abstand nehmen und keine Auszeit. Auch aus dem Grund: damit nicht wieder was passiert. Das Vergangene kann ja auch keine Auszeit nehmen, denn die Zeit ist nie aus, sie hält nie an, und sie kann nichts mehr von dem zurücknehmen, was geschehen ist. Für die Vergangenheit gibt es kein Umtauschrecht.

Woran sollen wir uns erinnern, was dürfen und was müssen wir vergessen? Können wir etwas vergessen, weil es nachträglich ja doch nicht zu ändern ist, im Sinne des "Glücklich ist, wer vergißt"? Gibt es eine Belohnung B und wäre sie nur ein glückliches Leben, was heißt "nur", das ist eh das Beste, das man kriegen kann! B fürs Vergessen? Und wird bestraft, wer sich erinnert?
Das kannst du vergessen!, bedeutet, daß etwas nicht möglich sein wird, daß es einem nicht gewährt wird. Wer darf die Schranke heben und durchgehen, für wen wird sie gesenkt? Wer oder was ist das Subjekt des Erinnerns? Was ist gemeint? Wie kann man dazu gebracht werden, sich an bestimmte Dinge der Vergangenheit zu erinnern, auch wenn man das gar nicht will? Worin besteht der Zwang (den es ohnedies nicht gibt), sich an historische Ereignisse, in die das eigene Land schuldhaft verstrickt war, zu erinnern?
An die Aufgabe, das zu definieren und zu klären, will dieses Symposion wahrscheinlich gehen, denke ich mir. Ich wünsche ihm Glück zu dieser Arbeit. Aber welche Arbeit ist das? Warum muß sie eigentlich getan werden? Zu klären wird auch sein, warum es dieses Muß gibt. Das Selbstverständliche ist trotzdem dazu da, verstanden zu werden, weil es ja sonst kein Selbst mehr gibt und man fort ist, ohne je dagewesen zu sein.

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Es erreichten uns zur Auszeichnung viele Glückwünsche aus aller Welt. - Wir danken Euch für die lieben Worte!
Eine Antwort - stellvertretend -  kam am 5. April 2009 per eMail aus Buenos Aires, Argentinien:
Liebe Freunde!
Wir gratulieren ganz herzlich anlâsslich der Verleihung des Sonderpreises des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Ôsterreich fûr besondere verlegerische Leistungen. Niemand weiss besser als wir, wie sehr Ihr eine solche Ehrung verdient.   Ebenso wollen wir geistig anwesend sein bei der anlâsslich des 90. Geburtstages der lieben Edith West stattfindenden Ehrung von ihr und Arthur.
Wir grûssen Edith und Euch alle mit einer herzlichen Umarmung.
Gerti und Alfredo Bauer

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