"Immigranten"
Buchpräsentation
Sonntag, 08. November 2020, 11:00 Uhr
Sonntag, 08. November 2020, 11:00 Uhr
Mittwoch, 18. November 2020, 20:00 Uhr
Ruth Klüger verstarb in der Nacht auf den 6. Oktober 2020. Wir trauern um sie und verlieren mit ihr eine wichtige Mitstreiterin und Freundin. Ruth Klüger war nicht nur eine hervorragende, feministisch engagierte Literaturwissenschaftlerin, sondern mehr noch eine Schriftstellerin und Essayistin von großer Eleganz und Nuanciertheit. 2011 erhielt sie den Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. In der Jury-Begründung hieß es:
"Ruth Klüger hat es verstanden, für viele Menschen die Mauer zwischen ihnen und der sogenannten Vergangenheit niederzureißen. Sie hat uns schreibend zu Mitverschworenen im Ringen um persönliche Souveränität werden lassen."
Da wegen Covid-19 in Niederhollabrunn nur eine begrenzte Zahl von Gästen zugelassen war, haben wir die Preisverleihung an Erich Hackl von Zige.tv aufzeichnen lassen.
**Konstantin Kaiser, Irene Nawrocka, Corina Prochazka, Marianne Windsperger (Hg.): Lebensspuren. Autobiografik von Exil, Widerstand, Verfolgung und Lagererfahrung (Jahrbuch der Theodor Kramer Gesellschaft 15) **Stefan Pollatschek: Pest. Die Tragödie eines Wiener Arztes. Roman (Reihe: Antifaschistische Literatur und Exilliteratur - Studien und Texte 34) **Alexander Emanuely: Das Beispiel Colbert. Fin de siècle und Republik. Ein dokumentarischer Essay. (Reihe: Antifaschistische Literatur und Exilliteratur - Studien und Texte 33) **Hans Eichner: Wem kein Bogen gesetzt. Gedichte. (Lyrikreihe Nadelstiche. Band 15) **Herbert Traube: Eine nicht ganz gewöhnliche Odyssee von Wien nach Menton. Erinnerungen **Gabriele Anderl: Hinter verschlossenen Toren – die Internierung von Geflüchteten von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart **Irene Goldin Spiegel: Gegen den Faschismus kämpfen. Spanien und Frankreich 1937-1947. Erinnerungen.
Veranstaltung bei ESRA am 24. September wegen COVID-19 abgesagt!
Preisbegründung
Es sind, nach einem Wort von Jean Améry, gerade die Opfer des Nationalsozialismus, denen die Nachgeborenen nicht verzeihen können: zu ungeheuerlich lasten sie als Vorwurf auf dem mühsam und selbstgefällig weitergeführten Leben.
Erich Hackl stellt sich mit seiner Literatur gegen diese Selbstgefälligkeit. Als einer der ersten SchriftstellerInnen in Österreich begann er vor über 30 Jahren von den schlichten Handlungen derer zu erzählen, die sich der Vernichtung entgegenstellten, ob durch das Festhalten an ihren Idealen, durch ihr Handeln oder die Flucht, durch das Wort oder die rettende Tat für andere. [...]