Theodor Kramer Gesellschaft

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Gerda Hoffer und Stefan Pollatschek - Nachlass

Archiveingang am 9.10.2015
Der Nachlass von Gerda Hoffer, der auch teils verschollen geglaubte Unterlagen ihres Vater Stefan Pollatschek umfasst, wurde am 9.10.2015 an die TKG von Evelyn Adunka übergeben .

Aufarbeitung: Projektleitung: Dr. Alexander Emanuely. Mitarbeit: Mag. Hannah Menne und Corina Prochazka, BA
Work in progress - Anregungen, Anmerkungen etc an: emanuely[a]theodorkramer.at

Das Projekt zur Aufarbeitung des Nachlass von Stefan Pollatschek und Gerda Hoffer wird vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus gefördert.

   

(==>> Stefan Pollatschek im Herbert Exenberger-Archiv)

(==>> Gerda Hoffer - Kurzbio, Autorin des Verlags der TKG)

 

Inhalt

Gerda Hoffer und Stefan Pollatschek - Nachlass
Stefan Pollatschek
Box I
Box II
Box III
Box IV (Korrespondenzen Stefan Pollatschek, Gerda Hoffer)
Gerda Hoffer
Box V
Box VI

Die Ermordeten und Überlebenden in „Gerdas Erinnerungen“

Ergänzende Materialien zu Stefan Pollatschek
a) Die österreichischen Verlage Stefan Pollatscheks
Saturn Verlag, Wiener Buch- und Kunstverlag, Wiener Verlag
b) Zeitgenössische Rezensionen und Ankündigungen (1931-1949)
*Dr. med. Berghof ordiniert 2—4 Uhr. Roman. Wien: Saturn 1931, 264 Seiten
**Schicksal Maschine (Roman). Wien: Saturn 1932, 230 Seiten
***Der Maler Rudolf Rapaport. Das Überwirkliche im Porträt. Essay. Wien: Wiener Buch- und Kunstverlag 1933, 64 Seiten
****John Law. Roman der Banknote. Wien: Saturn 1936, 273 Seiten
*****Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh. (Roman) Wien: Saturn 1937, 320 Seiten
******Dozent Müller. Die Tragödie eines Wiener Arztes. (Roman). Wiener Verlag 1948. 254 Seiten. Urspr. Titel: Die Pest
c) Zusammenfassung und Analyse der Erzählung „Die Wurmstichigen“
d) Übersetzungen
Polen * Niederlande * Jugoslawien * Ungarn/Tschechoslowakei * Tschechoslowakei * Japan * Korea * Großbritannien

 

Gerda Hoffer und Stefan Pollatschek - Nachlass

Abkürzungen:
GH: Gerda Hoffer
SP: Stefan Pollatschek

Stefan Pollatschek:
Box I

SPGH.I/1: Typoskript gebunden
Titel: Die Wurmstichigen.
Roman, 231 S., mit zum Teil handschriftlichen Korrekturen versehen
unveröffentlicht, undatiert
Adressvermerk im Typoskript: Stefan Pollatschek, Wien XIX., Strassergasse 13

SPGH.I/2: Typoskript, mit Faden gebunden:
Titel: Baron Neuhoff. König von Korsika. Szenen aus einem abenteuerlichen Leben.
Bühnenwerk, 176 S., mit zum Teil handschriftlichen Korrekturen versehen
unveröffentlicht, undatiert

SPGH.I/3: Dr. Berghof in „Unzer express“ (אובזער עקספרעם)

„Dr. Berghof“ als Fortsetzungsroman in der jiddisch-sprachigen Tageszeitung „Unzer express“ 1938 in Warschau.

Die von Lazar Kahn und Eichanan Zeitlin gegründete Tageszeitung erschien erstmals 1926 mit dem Namen „Warschau Express“. Sie bestand bis 1939. Autoren wie Isaac Bashevis Singer haben in ihr publiziert.

Mehr Infos unter: https://web.nli.org.il/sites/jpress/english/pages/unzer.aspx

 

Box II

SPGH.II/1: Typoskript, mit Faden gebunden. Umschlag abgelöst, ersten 5 Blätter lose
Titel: Ambulatorium
Roman, 254 S., mit zum Teil handschriftlichen Korrekturen versehen
undatiert
Adressvermerk im Typoskript: Stefan Pollatschek, Wien XIX. Strassergasse 13
Widmung: Meiner Frau
Typoskript, mit Faden gebunden
Titel: Ambulatorium
doppelt vorhanden

SPGH.II/2: Typoskript, mit Metallklammer gebunden
Titel: Die Gaunerbande (Komödie in vier Akten)
Bühnenwerk, 82 S.
undatiert

Box III
      
SPGH.III/1: Typoskript gebunden
Titel: Der liebe Augustin – heute. Ein Wiener Volksstück in 7 Bildern
Bühnenwerk, 76 S.
undatiert
Adressvermerk im Typoskript: Stefan Pollatschek, Wien XIX. Strassergasse 13

SPGH.III/2: Der Tanz auf dem Vulkan / Verjüngung
I. Heft
Manuskript in Notizheft, blau
Titel: Der Wurm ist im Apfel (durchgestrichen), neuer Titel: Tanz auf dem Vulkan
Vermerk: 25. IX. 1941, Baldock
II. Heft
Manuskript in Notizheft, rosa, mit Aufdruck
Titel/Beschriftung (handschriftlich): II. Heft „Verjüngung“
Vermerk auf Innenseite: 19.X., Baldock
III. Heft
Manuskript in Notizheft, blau
Titel/Beschriftung (handschriftlich): Verjüngung III.
Vermerk: 28/10/41
IV. Heft
Manuskript in Notizheft, grün
Titel/Beschriftung (handschriftlich): Verjüngung IV.
Vermerk auf Innenseite: Baldock 19/11/41
V. Heft
Manuskript in Notizheft, blau
Titel/Beschriftung (handschriftlich): Verjüngung V.
Vermerk auf Innenseite: 2/12/41, Baldock
enthält maschinenschriftliche Seiten, fixiert mit Heftklammern
im Heft eingelegt war ein Dia, Kodak, „made in England“ von einer Gruppe von Menschen, an einem Tisch vor einem Haus sitzend (erfasst unter Fotos)
VI. Heft
Manuskript in Notizheft, kein Umschlag
Titel/Beschriftung (handschriftlich): Die Verjüngung VI.
Vermerk: Stefan Pollatschek, Czechhouse, Baldock, Hets. 18/12/41

SPGH.III/3: Typoskript, mit Faden gebunden
Titel: Die Pest
Roman, 256 S.
Datum (auf Umschlag vermerkt): 24. VIII. 39
Adressvermerk auf Umschlag: Eigentum des Stefan Pollatschek, durchgestrichen: „derzeit [unleserlich] Cottage, Bacton on Sea Norfolk. Daneben in Klammern: Ilka Grünfeld-Pollatschek, 70 Bridge Lane, London
Adressvermerk auf Innenseite: Stefan Pollatschek zur Zeit: Praha VII. Bubenska 24

SPGH.III/4: Lose Blätter [Dr. Ascher]
maschinenschriftlich, paginiert, vorhanden: S. 273-374
maschinenschriftlich, paginiert, vorhanden: S. 191-209

SPGH.III/5: Dr. Berghof an polnischen Theatern
SPGH.III/5.1. Titelblatt von Dr. Berghof (maschinenschriftlich)
Drama - Three Acts - Ten scenes
von Stefan Pollatschek und (dramatisiert von) Andrzej Marek
englische Übersetzung von M.A. and A.M. Marck
Datum: July 23 1938
Das Stück wurde 1938 im Teatr Polski in Łódz und 1940 im Theater im Warschauer Ghetto aufgeführt.
SPGH.III/5.2. Andrzej Marek: lekarze, pacjenci i literatura [Ärzte, Patienten und Literatur]
Beitrag "Dr. Berghof".
In Głos Poranny vom 14. Februar 1938. (polnisch, geklebt)
Głos Poranny war eine sozialdemokratische Tageszeitung in Łódź.
SPGH.III/5.3. Besprechung vom Theaterstück "Dr. Berghof"
"Kurjer Łódzki" oder "Echo", eher erstere Publikation, kein Datum, Februar 1938
(Überreste eines Impressums führen Jan Stypułkowski als Herausgeber an)
SPGH.III/5.4. Premiere "Dr. Berghof" am 4. Februar 1938
Regie: Bronisław Dąbrowski
Bronisław Dąbrowski war Regisseur,Schauspieler und Theaterdirektor. Zuletzt war er Ende der 1960er-Jahre Rektor der bekannten Schauspielhochschule in Krakau "Akademia Sztuk Teatralnych im. Stanisława Wyspiańskiego".

SPGH.III/6.1.: Kopien von „Die Austreibung“ aus „Die Zeitung“

Titel: Die Austreibung

Erstes publizierter Kapitel aus dem im Exil verfaßten Roman „Dr. Ascher und seine Väter“ - 4 Folgen

Die Zeitung (London), 16.10.1942-6.11.1942
SPGH.III/6.2.: Zwei Originalausgaben „Die Zeitung“
23.10.1942: "Die Austreibung" (Teil 2), Seite 6-7
1943/2/5

SPGH.III/7:
SPGH.III/7.1. Vermutlich Stehsatz von "Gericht" (GF)
Stehsatz zur Verfügung des Autors und der Umbruchredaktion. Abdruck erfolgte ab dem 6.12.1931 in der „Arbeiter-Zeitung“.
SPGH.III/7.2. Sammlung Zeitungsroman "Gericht" in Notizbuch (blau, eingeklebt)
Aus der "Arbeiter-Zeitung" wo mit dem Abdruck des Fortsetzungsromans am 6. Dezember 1931 begonnen wurde. (Siehe: Arbeiter-Zeitung vom 6.12.1931 auf anno.onb.ac.at)
SPGH.III/7.3. Buch: Dr. med. Berghof ordiniert 2—4 Uhr. Roman. Wien: Saturn 1931, 264 Seiten
SPGH.III/7.4. Buch: Der Maler Rudolf Rapaport. Das Überwirkliche im Porträt. Essay. Wien: Wiener Buch- und Kunstverlag 1933, 64 Seiten
SPGH.III/7.5. Buch: John Law. Roman der Banknote. Wien: Saturn 1936, 273 Seiten
SPGH.III/7.6. Buch SP 1937, Flammen und Farben. Das Leben des Malers Van Gogh
SPGH.III/7.7. Buch: Dżuma (Pest). Warszawa: Nowa Powieść 1939, 260
SPGH.III/7.8. Buch: Dozent Müller. Die Tragödie eines Wiener Arztes. (Roman). Wiener Verlag 1948. 254 Seiten. Urspr. Titel: Die Pest
SPGH.III/7.9. Manuskript: Dr. Ascher 1., 2., 3. Band (GF)
SPGH.III/7.10. Buch: Doktor Ascher und seine Väter. Historischer Roman. Wien: Mandelbaum Verlag 2004, 490 Seiten
SPGH.III/7.11. Buch: Traugott Teutsch: Sachs von Harteneck. (Titelblatt fehlt, klein, blau, vermutlich die Ausgabe von Franz & Dressnandt 1874, 201 Seiten)
SPGH.III/7.13. Stefan Pollatschek kurz Werkliste auf Englisch, vermutlich für Verleger im englischen Exil zusammengestellt. Schreibmaschine.
SPGH.III/7.14. Waschzettel für "John Law"
SPGH.III/7.15. Originalentwurf für Cover von "Held und Opfer"
SPGH.III/7.16. Rezensionen und Beiträge (Kopien von der Arbeiterkammer für Wien, Dokumentation)
SPGH.III/7.16.1. Schicksal Mensch in: Bildungsarbeit, Blätter für sozialistisches Bildungswesen". Dezember 1932
SPGH.III/7.16.2. Stefan Pollatschek: Artillerie. In: Das Neue Tagebuch vom 13.4.1935
SPGH.III/7.16.3. Stefan Pollatschek: Otto Stoeßl. In: Der Wiener Tag vom 1.5.1935
SPGH.III/7.16.4. Otto Deutsch: Das Leben eines unglücklichen Genies. [Van Gogh-Buch] In: Neue Freie Presse vom 29.4.1937
SPGH.III/7.16.5. Otto Ambros: Von neuen Büchern: Ein Van Gogh-Roman. In: Neues Wiener Tagblatt vom 18.4.1937
SPGH.III/7.16.6. Stefan Pollatschek: Die Pest in Wien. Mit einer Einleitung von Ernst Waldinger. In: Austro American Tribune (New York). Dezember 1944
SPGH.III/7.17 Otto Deutsch: Das Leben eines unglücklichen Genies. [Van Gogh-Buch] In: Neue Freie Presse vom 29.4.1937, 3. Original, mit Bemerkung: "für Pollatschek".
Besprechung "Dozent Müller" In: Arbeiter-Zeitung vom 13.2.1949
SPGH.III/7.18.1. Zeitungsausschnitte, Berichte über Verfolg und Krieg. Waren vermutlich ursprünglich in einem durchnummerierten Buch eingeklebt worden. Eine der Meldungen ist von der "Neuen Zürcher Zeitung", 161. Jg. (1940)
SPGH.III/7.18.2. Zeitungsartikel, diverse; Vermerk: „Zeitungsausschnitte, die ich unter den wenigern Papieren, die geblieben sind fand“. Über Krieg und Verfolgung, um 1940. Aus "Picture Post" ... 
SPGH.III/7.19. Besprechungen von "Dozent Müller", Übersicht auf einem Papier: Die Presse vom 18.6.1949 und Soziale Berufe, Juli 1949. Original und Kopie
SPGH.III/7.20. Kurzbeschreibung von "Dr. Ascher und seine Käte" (für Verlage). Inhaltsangabe, Kapitelübersicht, "ungefähr: 290-300,000 Worte".
SPGH.III/7.21. Rezensionen "Dr. Ascher", Gerda Hoffer, Nachrufe etc...
Gerd Baumgartner: Und brauchte den Hass nicht studieren. In: Die Presse vom 16. Juli 2005 (3 mal)

Box IV
Korrespondenz, Familienbriefe SP:
1938 -1946 Illy, Gerda 5 gelbe Mappen (unsortiert u.a. Matejka, Otto, Glaser...)
späte Korrespondenz, inklusive Verlagskorrespondenz GH gelbe Mappe

SPGH.IV.1.
Rotes Notizbuch (The Max-Val exercise book)
Tagebuch einer Besetzung Großbritanniens durch Nazi-Deutschland. Beginnt mit dem 15. Oktober (194?). Bericht von Massenmorden, Strafaktionen… „größte Strafaktion aller Zeiten und Völker“. „Bevölkerungsaustausch“: die überlebenden Briten werden nach Sibirien verschickt… Engländer werden die Sklaven der Sklaven… Phantasien eines Refugée?

SPGH.IV.2.
Notizen von Gespächen auf der Isle of Man (Steffels Handschrift)

SPGH.IV.3.
Foto
Kleinformatiges Farbfoto mit ### Personen vor einer Burg.

SPGH.IV.4.
Letzte Worte SP. Um den 17.11.1942

SPGH.IV.5.
Briefragment, Ausschnitt aus „Der liebe Augustin“ (2 Kopien)
Stichwort: Kulturgeschichte des Untergangs

SPGH.IV.6.
Korrespondenzen, Stefan Pollatschek. Briefe von und an. 6.7.1938 bis 21.10.1942
SPGH.IV.6.1. Brief von R. an Stefan Pollatschek (SP) vom 6.Juli 1938
Rudolf Brunngraber war in Rogoznica kod Sibenika (Adria) im Urlaub. Plant ein Buch über China.
SPGH.IV.6.2. Brief von R[udolf Brunngraber] an SP vom 24.Juli 1938
Aus Rogoznica kod Sibenika.
Über eine Anzeige wegen seiner Ehefrau, welche „Mischling“ ist. Über den Weg der Post über Stockholm, über ein Essen mit Walter Mehring, ein letztes Treffen vor der Abreise mit Robert Musil, wo auch Hermann Broch war.
SPGH.IV.6.3. Briefe von SP an Otto [Janowitz]
Otto Janowitz war Pianist, Komponist, Klavierbegleiter von Karl Kraus, Assistenz an der Wiener Staatsoper, Schriftsteller. Ihm hat Stefan Pollatschek 1931 seinen Roman „Dr. Berghof ordiniert von 2 bis 4 Uhr“ gewidmet. Flucht über Frankreich in die USA, wo er in New York weiter arbeitete. OTTO JANOWITZ PAPERS, The New York Public Library, Call No.: JPB 02-6
SPGH.IV.6.3.1. Brief aus Prag (VII. Bubenska 24) vom 8.10.1938 nach Paris. Grüße an Waldinger, mit Angabe der Adresse
SPGH.IV.6.3.2. Brief vom 6.11.1938.
Schreibt, dass Berthold Viertel alles daran setzt, SP ein Affidavit zu organisieren, dass der polnische Dramatiker Andrzej Marek ebefalls sehr hilfreich ist. Andrzej Marek (eigentlich Marek Arnstein) war ein bedeutender polnischer Dramatiker und Theaterwissenschaftler, der eine Zeit lang in den USA gelebt hat. Um 1911 war er auch Drehbuchautor und Filmregisseur. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs war er einer der Mitbegründer des Habimah-Theaters in Moskau. Ab 1924 lebte er wieder in Warschau. Er wurde für seine Inszenierung des Golem auf einer Rundbühne bekannt und arbeitete für den Film, so als einer der Autoren bei dem bedeutenden jiddischen Film aus dem Jahr 1937 „Der Dibuk“. 1938 hat Andrzej Marek die polnische Übersetzung von SP Roman Dr. Berghof dramatisiert. Es kam zu einer Aufführung im Teatr Polski in Lodz. Marek war im Warschauer Ghetto Direktor des „Nowy Teatr Kameralny“ (Neues Kammertheater), wo Klassiker des jiddischen Theaters für ein Polnisch sprechendes Publikum adaptiert wurde. 1940 inszenierte Andrzej Marek „Dr. Berghof“ auch für eine Bühne im Ghetto. Andrzej Marek wurde 1943 in Treblinka oder Majdanek ermordet.
SPGH.IV.6.3.3. Brief vom 15.11.1938.
Beschreibt seine Bemühungen, aus Prag flüchten zu können. Sorgt sich u seine Kinder.
SPGH.IV.6.3.4. Brief aus Prag vom 10.12.1938.
Gepackte Koffer. Erzählt die „überhaupt herrlichste Dostojewski Anekdote“.
SPGH.IV.6.3.5. Brief aus Manchester vom 20.2.1939
Wohnt bei Wise, Esq. Beklagt sich leicht humorvoll, dass es kein Kaffeehaus gibt.
SPGH.IV.6.3.6. Brief aus Manchester vom 18.3.1939
Schreibt über Erich [Strauss, 1942 ermordet] Gerdas Verlobten, der am 12.3. ein Visa für GB bekommen hatte, am „Samstag“, am 18. fliegen sollte, dass jedoch „das Tier“ am 13.3. nach Prag gekommen war. Neben den Sorgen um den Schwiegersohn, trauert SP der Tschechoslowakei nach. Er hat KZ-Überlebende in GB kennen gelernt, ist entsetzt. „Pfui!“ über das Pestzeitalter und über alle, die schweigend zusehen. Als einstiger Pazifist wird er diesen Krieg mitmachen, um diese „Pest zu erwürgen“.
SPGH.IV.6.4. Brief von Rüssel an SP vom 7.1.1939
„Rüssel“ ist Rudolf Brunngraber. Ist in Schloss Hornie Motesice in der Slowakei. Schreibt über das Schloss, über seine Arbeit zum Roman über den Opiumkrieg. Spricht von „historischem Pessimismus, der lediglich Auflösung“ sieht.
SPGH.IV.6.5. Brief von Zygmunt Ripp an SP vom 5.7.1938
Zygmunt Ripp hat für den Verlag „Now powieść“ (Neuer Roman) in Warschau gearbeitet, bei dem seit 1934 übersetzte Romane von SP erschienen sind. „Now powieść“ und der Saturn-Verlag dürften eine Kooperation gehabt haben.
SPGH.IV.6.6. Brief von Zygmunt Ripp an SP vom 3.2.1939
Thema ist der neue Übersetzer nach Marceli Tarnowski, Boleslawa Jacka Frühlinga, welcher „Pest“ übersetzen wird.
SPGH.IV.6.7. Langer Brief von #+#+ an SP vom 11.4.1941
Von einem Mithäftling in den Barracks“. Über Judentum.
SPGH.IV.6.8. Brief von Dr. Otto Janowitz vom 18.12.1941 (mit Kuvert). Aus New York (10 West, 70th Street).
Hat Adresse von Berthold Viertel verschaffen können: Hotel Laurelton). Schreibt über Familie und Frau Lia. Und über seine Lektüren: Steinbeck, Hemingway (For whom the bells tolls), Buchan John (Lord Teedsmuir), Greene, „Secret Agent“. Optimistisch darüber, mit welchem „Furor“ die Amerikaner den Krieg angehen.
SPGH.IV.6.9. Korrespondenz mit Helene Meyer [Mayer]
SPGH.IV.6.9.1 Brief vom Lene an SP und Illy vom 8.6.1942.
Helene Mayer ist die Schwester von SP und Ehefrau von Felix Mayer. Begeistert über Roman Pest. Fragt, ob sie sich in GB mit Felix treffen, für den sie ein Affidavit besorgt.
SPGH.IV.6.9.2 Brief vom Lene an SP und Illy vom 18.6.1942.
Freut sich, dass SP inzwischen optimistischer ist. Fragt, ob sie „Tante Traude“ [Gertrude Zeisler] über das Rote Kreuz einen Brief nach Kielce, Generalgouvernement zukommen lassen kann. Freut sich auf ein Treffen mit Illy in einem Künstlerkaffee Eier-Cognac zu trinken, aber diesmal am Broadway.
SPGH.IV.6.9.3 Brief vom Lene an SP und Illy vom 18.7.1942.
Schwärmt von modernen Küchengeräten in den USA und überhaupt von der Technik im Alltag. Bis auf Trennung von Felix ist alles ganz gut. Will mehr über die Hochzeit von Gerda erfahren.
SPGH.IV.6.9.4 Brief von SP und Illy an Helene vom 31.7.1942
Hochzeit Gerdas mit Dr. Friedrich Hoffer findet am 1.8.1942 statt. Schwiegersohn gefällt sehr, ist „echte Vorkriegsware“. Berichtet über Treffen mit Felix. Schreibt über Familie. Über Bruder Erwin und seine Frau Lina. Sorgen sich um Schwester Fanny und ihren Ehemann Richard [Kummermann. Beide werden im Dezember 1942 in Auschwitz ermordet. Anm.]. Absender: Wells House, Epsom Commob, Surrey
SPGH.IV.6.10. Brief von Dr. Otto Janowitz vom 4.7.1942
„dass die Zeit aus den Fugen ist, und eigentlich mit 1933 aufgehört hat.“ Setzt den Brief am 21.7. fort. Erzählt darüber, dass er auf der Straße Theo Feldmann getroffen hat, der sich als „bookhunter“ betätigt. Spricht über Literatur, über Zerwürfnisse der Großen und Kleinen.
SPGH.IV.6.11. Brief von Dora und F.[Franz] Kobler an SP und Illy vom 30.8.1942
Dora Kobler berichtet und beglückwünscht Tochter zur Heirat. Einige Worte von Franz Kobler. Haben sich vielleicht auf dem Hochzeitsfest besser kennen gelernt. Franz Kobler war Historiker und Schriftsteller. Er hat in Berlin Soziologie bei Georg Simmel studiert, wo er seine zukünftige Ehefrau Dora Feigenbaum kennen gelernt hat. In Wien hat er Jus studiert. Hat in den 1930er-Jahren zu jüdischer Geschichte zwei Bücher publiziert. (Mehr: https://archive.org/details/lbi_kobler_mf760_reel27/page/28)
Brief aus London
SPGH.IV.6.12. Brief von SP an Franz Kobler vom 10.10.1942
Über Antisemitismus in Deutschland. Nachgereicht von KK 2015/11/26: Kopie von Brief SPs an Franz Kobler.
SPGH.IV.6.13. Brief von Hans und Maria Margulies an SP und Illy vom 19.10.1942
Hans Margulies schreibt, dass er wieder schreiben wird und Maria berichtet von einer Cocktail-Party und darüber, dass die Home-Guard vielleicht ihr Haus als Headquarter besetzen wird.
Hans/Hanns Margulies *Hanns Margulies war nicht nur Buchkritiker in „Der Morgen“ und Gerichtsreporter bei „Der Tag“, sondern auch Lyriker, Theatermann und, während des Austrofaschismus, künstlerischer Leiter der oppositionellen Kleinkunstbühne „ABC am Alsergrund“ im Café City, für die *Jura Soyfer, *Hans Weigel oder *Leon Askin und etliche AbgängerInnen des „Politischen Kabaretts“ geschrieben oder gespielt haben.
Hans und Maria Margulies lebten mit Stefan und Illy Pollatschek zuerst gemeinsam vom April 1939 bus zur Internierung im Juni 1940 in einem Haus  Häuschen am Meer in Bacton-on-Sea. (Mehr Infos über die Exilzeit u.a. auf: http://www.margulies-chronicles.com/ag/_margulies/bio/marghans1889-britain.DE.php)
SPGH.IV.6.14. Brief von Dora Kobler an SP und Illy vom 21.10.1942
Über mögliche Veröffentlichung eines Briefes in der Zeitschrift der T.H.S. (Theodor Herzl Society), wohl jenes Briefes vom 10.10.1942
SPGH.IV.6.15. Kuvert eines Briefs von SP vom 31.7.1942


Box IV.7.
Korrespondenz Gerda Hoffer (GH), 1938-1946
Box IV.7.1. Postkarte von Erich Strauss an GH vom 21.7.1938
Erich Strauss war der Verlobte GHs. Schreibt aus Wien nach Prag (Bubenska 24). Wegen Ausreise.
Box IV.7.2. Brief von ### Goldreich an „My dear Hoffers“ vom 21.9.1945, Brief aus Prag (Bubenská 5/38). Auf Englisch.
Über „Mr. A. Lion“, (Arthur Lion, Bruder von Illy Pollatschek). Über die Lage, die Ermordeten, Massenmorde, Gaskammer.
Box IV.7.3. Brief von Helli Glaser an GH vom 16.1.1945 (wohl eher 1946,Anm.)
Aus Wien über Paris nach London! Besuch von Teddy Prager. Will, dass sich GH über den Verbleib des Norwegers Asbjörn Flatöe erkundigt.
Box IV.7.4. Brief von Kathe und Otto Janowitz an Fritz [Hoffer] vom 18.6.1945
Sollen wegen Eltern Kurt Wehle in Prag fragen, war ebenfalls in Terezin.
Box IV.7.5. Brief von Helli Glaser an GH vom 29.10.1945
Traurig über SP Tod. Erkundigt sich nach Familie, nach Überlebenden. Berichtet aus Wien, über Verwandte und gemeinsame Bekannte. Fritz/Frederick Hoffer war GH Ehemann. Helli Glaser, geborene Liebel war GH Schulfreundin, Tochter eines Straßenbahners. Die Schule war die Volksschule Mannagettagasse.
Box IV.7.6. Brief von Lisl Landes an GH vom 26.11.1945
Lisl Landes at vor 1938 im Gemeindebau Professor Jodl-Hof, 19.Bez. am Gürtel, gewohnt. Hat über Helli erfahren, dass man GH kontaktieren kann. Berichtet aus Wien, von der zerstörten Stadt, ihrem als Soldat im Krieg vermissten Lebensgefährten „Karli“ [Karl Teply, konnten später heiraten, Anm.], den sie wegen ihrer „rassischen Unzulänglichkeit“ nicht heiraten durfte, richtet Grüße aus.
Box IV.7.7. Brief von [Alois] Springl an GH vom 4.4.1946
Lehrer der Volksschule Mannagettagasse. Berichtet über gemeinsame Nachbarn, ehemalige SchülerInnen, Oberlehrer Frauenhofer.
Box IV.7.8. Brief von Helli und Ursel [Weil/Weilowa] an GH vom 23.4.1946. Brief aus Polen, Bydgoszez. Über Familie. Verwandtschaft von Friedrich Hoffer. Ursel Weilowa, war wohl die Nichte von Irma Hoffer, geborene Weil, bzw. die Ehefrau von Horst Weil, der dann der Neffe gewesen ist.
Box IV.7.9. Brief von Ursel [Weil/Weilowa] an GH vom 30.4.1946
Ursel ist inzwischen in Wien. Erzählt über die Eltern von Friedrich Hoffer. Mutter „Tante Irma“ kam nach Theresienstadt, Ursel hat ihr noch beim Packen geholfen. Vater „Onkel Gustav“ soll Selbstmord in Prag verübt haben.
Box IV.7.10. Brief von Helli Glaser an GH vom 30.4.1946 (Brief nicht komplett)
Über Wien, Nachbarn, Bekannte. Über einen Cousin Horst Weils, der auf Besuch in Wien war, und Studienkollegen namens Peter Weil der in der Widerstandsbewegung war, über Egon Steiner, der im Spanischen Bürgerkrieg, KZ war. Über Willi Frank und Teddy [Prager?]
Box IV.7.11. Brief von Fritz und Helli Glaser an GH vom 29.5.1946
Bedanken sich für das „Packerl Nr.I“. Inhalt: Über Vitamin C Pillen, Zigaretten...
Box IV.7.12. Brief von Helli Glaser an GH vom 23.5.1946
Privates, Über Wien, Bekannte, Vertröstet GH wegen Fred, ihrem Mann, der wohl eingerückt ist.###
Box IV.7.13. Brief von Helli Glaser an GH vom 5.6.1946
Neuigkeiten über „Pastor Flatöe“, der inzwischen verheiratet ist. Privates über gemeinsame Bekannte. Neuigkeiten von Ernst Fink aus Mexiko.
Box IV.7.14. Brief von Helli Glaser an GH vom 3.7.1946
Privates. Der „alte Glaser“ scheint im Exil zu sein. Fritz Glaser soll Arbeit bei der BBC in London erhalten.
Box IV.7.15. Brief von Helli Glaser an GH vom 9.7.1946
Vorladung von Fritz Glaser beim Secret Service. Organisation von Papieren. Etc
Box IV.7.16. Brief von Helli Glaser an GH vom 15.7.1946
Privates
Box IV.7.17. Brief von Ursel [Weil] an GH vom 24.7.1946
Horst ist am Tag zuvor aus Polen gekommen.

SPGH.IV.8.
Diverse, nicht einzuordnende Papiere von SP und GH

SPGH.IV.9.
Briefe von Illy Pollatschek an Viktor Matejka
Viktor Matejka war vom 17.4.1945 bis 1949 amtsführender Stadtrat für Kultur und Volksbildung in Wien.1933 hatte Stefan Pollatschek „Der Maler Rudolf Rapapport“ „Dr. Viktor Matejka in Freundschaft gewidmet“.
SPGH.IV.9.1. Brief von Illy Pollatschek (IP) an Viktor Matejka (VM) vom 8. Oktober 1945 (4 Seiten).
Erste Kontaktaufnahme. IP Berichtet von „Stefls“ Sorgen in den letzten Jahren seines Lebens um den im KZ eingesperrten VM. Sie berichtet davon, dass er im Februar 1942 verstorben ist und dass er in der „Emigration“ zwei Romane vollendet hat. Sie berichtet darüber, dass Rudolf Rapaport im Exil in Frankreich war. Weiters informiert sie VM über den Verbleib von Franz Kobler.Sie erzählt, dass sie Rudolf Grünfeld geheiratet hat, der inzwischen jedoch ebenfalls verstorben ist. Diesem haben in Wien zwei Häuser gehört. Sie bittet VM ihr zu helfen, dass die Häuser ihr als Erbin und den beiden Töchtern Rudolf Grünfelds zurückerstattet werden. Zuletzt erzählt sie kurz von GH, die seit kurzem verheiratet sei, deren Ehemann jedoch „eingerückt“ ist.
Rudolf Ray Rapaport (1891-1984) war ein expressionistischer Maler, über den Stefan Pollatschek 1933 einen biografischen Essay geschrieben hat. Über Frankreich konnte er in die USA entkommen. Er wird Ende der 1950er-Jahre in Indien leben, in den 1960er-Jahren in Mexiko und 1974 in London sterben. Oskar Kokoschka war ein Fan Rapaports.

SPGH.IV.9.2. Brief von IP an VM vom 28. Februar 1946 (4 Seiten).
Freut sich über VMs Antwort und informiert ihn, wo in New York Rudolf Rapaport wohnt, nämlich bei Eugenie Andermann, seiner Schwester. Sie berichtet, dass sie sowohl Oskar Kokoschka und Franz Kobler VM-Briefe weiter gegeben hat. Sie erkundigt sich nach Rudolf Brunngraber. Sie erkundigt sich nach einem Stefl-Porträt Gerda Matejka-Felden. Schreibt über die beiden Romane „Die Pest“ und „Dr. Ascher“.
SPGH.IV.9.3. Brief von IP an VM vom 8. August 1946 (3 Seiten).
Bietet VM an, ihm Vitamine zu schicken. Man darf Hilfpakete schicken, jedoch nicht mit Nahrungsmitteln. Sie schreibt, wie der ihr von VM zugeschickte Bericht über den Film „Todesmühlen“ aufgerüttelt hat. Berichtet, wie sie sich um SP-Nachlass und um die Veröffentlichung der beiden Romane bemüht. Es „kränkt“ sie, dass sie keinen Erfolg hat, die beiden Romane, die Stefl als seine „Lebenswerke“ angesehen hat, unterzubringen und ist am „Ende ihrer Weisheit“. Sie fragt noch einmal nach Brunngruber.
„Todesmühlen“ war ein 22 Minuten dauernder Dokumentarfilm über die Massenmorde der Nazis in den KZs, der vom Office of Military Government for Germany hergestellt wurde. Einer der Regisseure war Billy Wilder. In der Volksstimme vom 26. April 1946 gab es auf der Titelseite einen ausführlichen Bericht über den Film.
SPGH.IV.10.
Späte Korrespondenzen, Gerda Hoffer, „I Did Not Survive“ und „The Utitz Legacy“
Verlage und Familienforschung
1981 bis 2007
Karte von Peter an GH
Peter wegen Buch
Karte von Martin Gilbert an GH vom ###
Britischer Historiker, Verfasser von historischen Atlanten
Brief von Lee Comer an GH vom 31.3.###
Privates über eigene Familie und über Israel
Brief von Anna Bloch an Gerda Hoffer (GH) (25.5.1981)
Über „I did not survive“, Anna Bloch, viele Jahre in einem Compensations-Büro in London angestellt.
Brief von Steve Cohen an GH vom 13.11.1985
Cousin in Florida. Nennt Gerda „Cuz“. War Fundraiser. Will eine Neuauflage von „I Did Not Survive“### finanzieren und ermöglichen. Für „Tante Traut and six million others“. Spricht über Cousin „Wolfgang and his family“.
Brief von Frank Steiner an Rabbi Tabachnikoff vom 20.1.1986
Über Rabbi Barry Tabachnikoff (Miami), siehe: https://www.legacy.com/obituaries/herald/obituary.aspx?n=barry-tabachnikoff&pid=1595071
Über Frank Steiner: ###
Austausch über Erich Kulka (Hebrew Uni. Of Jerusalem, Inst. Of Contemporary Jewry) und Gerda Hoffer und über das Projekt „The valley of the destroyed communities“ in Yad Vashem (https://www.yadvashem.org/yv/en/exhibitions/valley/intro.asp), wurde 1992 eröffnet.
Brief von Nessa Rapoport an Dr. R. Posner vom 18.1.1988 (zwei Kopien)
N. Rapoport von Bantam Books (NY) lehnt ein Buch, wohl „The Utitz Legacy“ von GH, ab, da ihr Verlag zu kommerziell sei. Empfiehlt Schocken. Rabbi Dr. Raphael Posner ist Verleger (Posner and son) und hat 1988 Utitz herausgegeben. #+#+
Brief von Martha [Wise] an Esther ### vom 21.1.1988
Über GHs Buch. Martha [Wise – nur mit Martha signiert] war in den 1980er-Jahren Vize-Präsidentin der „San Francisco Bay Area, Jewish Genealogical Society“.
Brief von Thomas Mayer an GH vom 10.4.1988
Über GHs Buch und über Verwandtschaft, war GH Cousin. Thomas Mayer war ein bekannter Ökonom, Spezialist für monetäre Fragen und 1988 Prof. in Berkeley. Er wurde 1927 in Wien geboren. https://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Mayer_(American_economist)
Brief von Paul J. Jacobi an GH vom 18.5.1988
Familienforscher in Jerusalem
Brief von Paul J. Jacobi an GH vom 18.11.1988
Brief von Jonathan E. Stein an GH vom 25.3.1989
Bezüglich Seminar. Aus Elkins Park, PA, USA.
Autor von: A G.I. junket (1995)
https://discover.hsp.org/Record/marc-291122/Details
Präsident der „Jewish Genealogical Society of Philadelphia“
Brief von (Rabbi) Harold L. Kudap an GH vom 17.4.1989
am shalom Schule. Einladung zur Lesung von „The Utitz Legacy“
Brief von Suzan Wynne an GH vom 5.6.1989
Vize-Präsidentin von „The jewish genealogy society of greater Washington“. Einladung zu einem Vortrag
Brief von Jonathan E. Stein an GH vom 10. Juli 1989
Vereinbarung für ein Treffen, berichtet über das „8th National Seminar in Phila.“
Memo von Lea Bar-El an GH vom 14.12.1989
Director of Student Services and Programs Gratz College / Jewish Community High School, Melrose Park, PA. Dank für Zusendung von „The Utitz Legacy“, soll im Geschichtsunterricht verwendet werden.
Brief von Arthur Kurzweil und Miriam Weiner an GH vom 14.3.1990
Bitte um autobiogr. Kurz-Beitrag für „The encyclopedia of Jewish genealogy“ (NJ, USA)
Brief von Goetz Mayer an GH vom 11.10.1989
Über „The Utizt Legacy“, Goetz Mayer war Kinderpsychiater in Philadelphia. Flüchtling aus Deutschland, der über Paris in die USA gekommen war.
Brief von James H. Scheuer an Posner & Sons, 12.1.1990 (zwei Kopien)
James H. Scheuer war fast 20 Jahre lang bis 1992 demokratischer Abgeordneter im Repräsentatenhaus für NY. Bestellt „The Utitz Legacy“ beim Verlag. Hat sich für jüdische Flüchtlinge aus der Sowjetunion eingesetzt.
Freundliche Worte über GH von Almut Becker/Decker### vom 25.10.1990 (Kopie, wohl wo beigelegt)
Verlagskorrespondenz von Martina Georg (Sachbuchlekotrin, dtv), Claus-Peter Nottbeck (Verlag Wissenschaft und Politik Köln - VWPK) mit GH vom 15.5. 1995 bis zum 6.9.1996
Insgesamt 14 Briefe. Austausch zur Taschenbuchausgabe von „Ererbt von meinen Vätern: 400 Jahre europäisches Judentum im Spiegel einer Familiengeschichte“ im dtv, deutsche Übersetzung von „The Utitz Legacy“, erschienen 1990 bei VWPK.
Email von Helmut Hempfling an GH vom 21.12.2005
Helmut Hempfling, Diplompädagoge aus Bad Königshof, Deutsch-Israelische Gesellschaft
Brief von Michaela ### an GH vom 1.1.2007
Neujahrgrüße, über Reise nach Wien, Grüße von Sohn Manuel


Gerda Hoffer; 2 Boxen (im weiteren Box V und Box VI)

BOX V

SPGH.V/1
Manuskript; Paul J. Jacobi. The Utitz Family, Jerusalem Juni 1988

SPGH.V/2
Typoskript Erinnerungen
Erschienen als: Gerda Hoffer, Judith Hübner: Zwei Wege ein Ziel. Zwei Frauenschicksale zwischen Wien und Jerusalem. Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft: Wien 2011. Reihe: „anders erinnern“.

SPGH.V/3
Erinnerungen korrigierte Fassung Mai 2005
Erschienen als: Gerda Hoffer, Judith Hübner: Zwei Wege ein Ziel. Zwei Frauenschicksale zwischen Wien und Jerusalem. Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft: Wien 2011. Reihe: „anders erinnern“.

SPGH.V/4
Buch Gerda Hoffer: Zeit der Heldinnen. Lebensbilder außergewöhnlicher jüdischer Frauen. Deutscher Taschenbuch Verlag: München 1999, 238 S

SPGH.V/5
Manuskripte, Materialien, Rezensionen zu: Gerda Hoffer: Zeit der Heldinnen. Lebensbilder außergewöhnlicher jüdischer Frauen. Deutscher Taschenbuch Verlag: München 1999, 238
SPGH.V/5.1.
Materialien:
Titelseite (Kopie) einer Publikation über Luise Grasemus (Moritz Stern: Aus der Zeit der deutschen Befreiungskriege 1813-1815. Luise Grasemus. Verlag Hausfreund: Berlin 1935)
Handschriftliche Bibliographie von Quellen zu Dahyia Cahena
Unterlagen zu Dahyia Cahena (Kopie), 4 Seiten, aus: Nahum Slouschz: Travels in North Africa. Jewish Publication Society 1927, S. 308-315.
Zeitungsausschnitt mit Bild von Golda Meir
Unterlagen zu Zohora Leviatov (Kopie), 8 Seiten, mit handschriftlichen Notizen
Foto (Kopie) von Lina S. Stern
Bild (Kopie) von Abigail Minis
Autobiographisches von Lina S. Stern (Kopie), 4 Seiten, geheftet
Unterlagen zu „Sara – Judenärztin von Würzburg“ (Kopie), 3 Seiten

SPGH.V/5.2.
Typoskripte (unveröffentlicht ###):
Vorwort zum zweiten Teil. 1 Seite.
Kapitel über „Bruria Bat Chanina“. 7 Seiten, unvollständig
Kapitel über „Franziska Carvajal und ihre Toechter. (1540 – 1596). Fuenf Frauen im Kampf um Religionsfreiheit.“. 12 Seiten.

SPGH.V/5.3.
Vortrag:
Die Rolle der Frau im jüdischen Leben. Bericht in: Bote vom Grabfeld, 1990/10/19. Vortrag in der „Schranne“ in Bad Königshofen. Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft Bad Königshofen und VHS Bad Königshofen. (Kopie)

SPGH.V/5.4.
Rezensionen:
Meisterin der Münze, in: Neue Zürcher Zeitung, 1999/02/20. (Kopie)
Von jüdischen Frauen, die ihren Mann standen, in: Darmstädter Echo, 1999/03/02. (Kopie)
Gerda Hoffer´s book about admirable Jewish women, in: Új Kelet, 1999/07/16, Autor: Laszlo Tabak. (Textformat)
Buchtipp von Marlis Jost im Südwestrundfunk, Baden-Baden. Unkorrigiertes Manuskript.
Publikation von Or Chadasch, AutorIn: R.P.
Dokumentationsstelle für Islamische Kunst und Kultur, 3/99. (Kopie, übermittelt von dtv)
Was Lebensläufe erzählen können, in: Salzburger Nachrichten, 1999/10/02. Autorin: Anja Stiller-Reimpell. (Kopie) Anlässlich einer Lesung im Salzburger             Literaturhaus.
Besondere Frauen, in: Jüdische Rundschau Maccabi, 1999/03/25, Nr. 12, S. 21. AutorIn: JU
Der Traum als Tragödie, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 1999/03/25. Autorin: Alexandra Glanz. (Kopie)
Rostocker Blätter, August 1999. AutorIn: C.G.
Frauen unterwegs, April 2000. Autorin: Susanne Brandt. (Kopie, übermittelt von dtv)
Die Alternative (Hrsg. Von Unabhängige Gewerkschaften im ÖGB), 12/99, S. 21f., Autorin: Eva Geber. (Kopie)
o.O., o.J., S. 47. (Kopie)
Schlangenbrut, Autorin: Susanne Brandt. (Kopie)
Außergewöhnliche Frauen, in: o.O., 1999/01/09, Nr. 6, S. 51.
MB (Magazin von Ludwig Mayer (Jerusalem) Ltd., Bookshop), Nr. 145, Mai 1999, S. 8, Autorin: Marianne Karmon.
Jüdische Frauen – ein ruhmreiches Kapitel, in: Israel Nachrichten, 1999/07/02, S. 10, Autorin: Monika Beck.

SPGH.V/6
Korrespondenz von GH über die Familiengeschichte der Familie Utitz, u.a. mit
František Kafka, (3 Briefe), führte in Prag Recherchen für GH durch, März und November 1983. [Deutsch]
Janet Engle (geb. Utitz), (1 Brief), USA, handschriftlich, 28.2.1985 [Englisch]
Jimmie Jay Utitz Jackson (geb. Utitz), (2 Briefe), schreibt im Auftrag ihres Vaters James Utitz, USA, handschriftlich, 19.1.1985, inkl. Auflistung zahlreicher Familienmitglieder (4 Blätter) und am 7. März o.J. über sich und ihre Familie [Englisch]
Zeev Utitz, Israel, (3 Briefe), 11.11.1983, 11.12.1983, 11.?.1984 [Deutsch]
Handschriftliche Notiz über Sarah bas Tovim (Verfasserin von Tehines, jüdischer Gebete für Frauen) [Deutsch]
Zeitungsartikel über Emil Utitz [Tschechisch]
Alice Pascheles (1 Brief, unvollständig), Schweiz. Darin berichtet Alice Pascheles kurz über ihre Begegnung mit Hertha Pauli.

SPGH.V/7
Stammbaum und Materialien Utitz
Brief von Viktor Emil Frankl, Wien. 19.04.1989
über Vorfahren Frankls (mit dem Nachnamen Lion, in Prag geboren). Viktor Frankl war Neurologe und Psychiater, Begründer der Logotherapie. Überlebender von Theresienstadt und Auschwitz, Autor des Buchs „...trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“
Datenblatt der „Theresienstadt Martyrs Remembrance Association“ mit den persönlichen Daten von Irma Hoffer, geb. 10.11.1882. Ankunft in Theresienstadt am     23.7.1942, am 4.8.1942 nach Maly Trostinec deportiert und ermordet.
Typoskript (2 Seiten) „Aus der Geschichte der Ahnen der Mutter Prof. V.E. Frankls“
Urkunde für Abraham Utitz (Fotokopie)
Grabstein von Abraham und Juie Utitz (Foto)
Unterlagen zur Stammbaum-Erforschung der Familie Utitz
Handschriftliche Notizen zur Stammbaum-Erforschung der Familie Utitz
Stammbaum der Familie Utitz (handschriftlich)
Auszüge aus Geburtsbüchern und Totenregistern mit handschriftlichen Notizen

SPGH.V/8
rote Mappe: Rezensionen zu: Gerda Hoffer: The Utitz Legacy: A Personalized History of Central European Jewry. Posner and Sons: Jerusalem 1988.
Einige der genannten Rezensionen sind im Original und als Kopie vorhanden.
The fourth century, in: The Jerusalem Post Magazine, 1988/08/19. Autor: Alexander Carbach
Reprint in: Belfast Jewish Record, XXXV, 2, S. 5.
Autorin: Alice L. Eckardt, Oxford Centre for Postgraduate Hebrew Studies
SVU-Bulletin, vol. 1X, NO. 3, August 1988, S. 15f., Autor: Frank Meissner.
Publikation der English speaking Residents Association (esra), September/October 48/1988, mit Besprechung von „The Utitz Legacy“ von Ruth Beker (S. 23f.) und einem Aufsatz von Gerda Hoffer: „Digging up Ancestors. Gerda Hoffer gives practical advice“ (S. 24f.)
Woman Wise, Supplement to the Herald Times, 1988/11/25
Israel Nachrichten, 1988/05/27, Autor: Israel Egon Loewenstein (Jerusalem)
Search, vol. 8/3, Fall 1988. Autorin: Alice Solovy
Zeitungsausschnitt über Erscheinung und Party für „Book-launch“
Zeitungsausschnitt von Buchwerbung
„Waschzettel“ des Verlags für „The Utitz Legacy“
Biographische Angaben von GH

SPGH.V/9
Broschüre und Zeitungsartikel zu Publikation: I did not survive: Letters from the Kielce Ghetto by Gertrude Zeisler, mit einer Einleitung von Martin Gilbert
Einige der genannten Rezensionen sind im Original und als Kopie vorhanden.
Kopie der Publikation: I did not survive. Letters from the Kielce Ghetto [Gertrude Zeisler]. Introduction by Martin Gilbert. Translated and edited by Gerda Hoffer. Gefen: Jerusalem, Anaheim 1981, 27 S.

Rezensionen:
Jerusalem Post Magazine, S. 15. 1981/4/30. Autor: Alexander Zvielli.
The Australian Jewish News, S. 27. 1984/11/30.
Belfast Jewish Record, XXVIII, 4, S. 5. Autorin: Marga Carlebach.
o.O., o.J., Autorin: Miriam Kochan. (Kopie)

SPGH.V/10
CV, biografische Angaben SP und GH
Curriculum Vitae GH (2 Fassungen)
Kurzbiographie des Schriftstellers Stefan Pollatschek. Nach seinem Tod verfasst.
Englische Beschreibung einer unvollendeten Geschichte SP, verfasst während seiner Internierung auf der Isle of Man (Frühling bis Herbst 1940). (1 Seite)
Vgl. SPGH.### (Signatur von Box 1 einfügen)

SPGH.V/11
Vorträge Gerda Hoffer, gelbe Mappe
Bericht über ein Gespräch von GH am Städtischen Gymnasium Bad Segeberg. In: Schalom. Nachrichten vom Verein zum Schutz des Jüdischen Friedhofs in Segeberg e.V., September 2000/5, 2-3.
Dankschreiben bzgl. Vortrag bei der Jewish Genealogical Society of Philadelphia, Jon E. Stein. 23. Oktober 1989.
Jewish Genealogical Society of Illinois, Scott E. Meyer. 24. September 1989.
Biografische Angaben zu GH (2 Seiten)
Informationsblatt zu „Our Jewish Roots: A Three-Part Mini-Course“ von GH, 27. Oktober und 14. und 21. November 1989.
Zeitungsankündigung (Kopie) des Three-Part Mini-Course zum Thema „Our Jewish Roots“
Ankündigung eines Vortrags von GH mit dem Titel „The Utitz Legacy. A personalized History of Central European Jewry“
Zeitungsankündigungen (Kopie) des Vortrags bei der Jewish Genealogical Society of     Philadelphia
Vereinbarung über Vortrag an der ESRA (English speaking residents Association) in Herzlia am 26. Mai 1988
Einladung zu Vortrag von GH zur Publikation „The Utitz Legacy“ in Jerusalem. 1. Juni 1988. (mehrfach vorhanden)

SPGH V/12
Gerda Hoffer in Wien
Ausdruck von Zum 100. Geburtstag Stefan Pollatschek (2x)
Auszug Deutschsprachige Schriftsteller … in Palästina/Israel auf culturitalia.uibk.ac.at
Herbert Exenberger: Stefan Pollatschek. In: Die Gemeinde vom 7.9.1990
Gerda Hoffer: Zum 100. Geburtstag Stefan Pollatschek in MdZ 7.Jg 2/1990, 1 (2x)
Werbung für Ein Haus in Jerusalem
Korrekturen für Dr. Ascher (5 Seiten)
Ausdruck Exil
Gerda Hoffer: Exil. In MdZ 12.Jg. 4/1995, 16
Gerda Hoffer: Kleider machen Leute. In MdZ 18.Jg. 1/1991, 19
Gerda Hoffer: Humor bis zum letzten Atemzug. In: Israel Nachrichten, 15. Juni 1990, ###
Evelyn Adunka: Besprechung Ein Haus in Jerusalem, David, Ausdruck von david.juden.at vom 31.7.2008
Einladung im DÖW, Vortrag über SP von GH am 3. Oktober 1990 (Mitteilungen Folge 97a, September 1997)
Siglinde Bolbecher: REZ: Zeit der Heldinnen in MdZ 16.Jg. 4/2000, 97
Vortrag in Bamberg vom 26. August 2005
Ausdruck: Gerda Hoffer: Mein Vater – Der Schriftsteller
RZ in Die Menorah 7.Jg. 20. Sept. 1990, 12f


BOX VI

SPGH.VI/1.1.

Dokumente Familie, gelbe Mappe. Beschriftung: Lion-Cohen
(Sämtliche folgenden Dokumente sind Kopien, welche GH von verschienden Stellen für ihre Recherchen erhalten hat)

Arthur Lion war der Bruder von Ilka Pollatschek und Gertrude Zeisler, in dessen Wohnung in der Rotenturmstraße 17/18 im 1. Bezirk sie bis zu ihrer Deportation am 19. Februar 1941 wohnte. Aus den vorhandenen Unterlagen geht hervor, dass Arthur Lion Inhaber einer Musikinstrumentenhandlung am Schubertring 10, 1. Bezirk, war. In einem Schreiben an das Ober-Finanzpräsidium in Wien vom 8. Februar 1939 über „die Veränderung seines Vermögens per 12. November 1938“ gibt Arthur Lion an, dass sein Geschäft am 10. November 1938 „amtlich versiegelt [wurde], die Geschäftsschlüssel abgenommen und nach Auskunft der Hausbesorgerin ein Teil oder das ganze Warenlager beschlagnahmt und weggeführt.“ Seine Firma wurde im Dezember 1938 im Handelsregister gelöscht. Er habe auf seine „wiederholten Arisierungs- bzw. Liquidierungs-Anträge und Anträge wegen Freigabe meines Warenlagers […] noch immer keine Erledigung erhalten.“ Des weiteren gibt Arthur Lion in dem Schreiben an, dass er sich vom 10. November 1938 bis zum 27. Jänner 1939 in „Schutzhaft in Dachau“ befunden habe. (Vgl. Punkt 7###). Er konnte nach Belgien flüchten, von dort gelangte er nach Frankreich. Über seine Flucht gibt Gerda Hoffer in ihrem Buch „Ererbt von meinen Vätern. 400 Jahre europäisches Judentum im Spiegel einer Familiengeschichte. Verlag Wissenschaft und Politik: Köln 1990, S. 128 und 131“ Auskunft). Am 16. September 1942 wurde er von Drancy nach Auschwitz gebracht. Er hat nicht überlebt. Quelle: www.doew.at

a) Schreiben von Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg. Vermögensverwertungsstelle
Berlin NW 40, Alt Moabit 143/44
Zahlenvermerke: 0 5210
Handschr.: 05210B-4503/P6e
Datum: 14. Okt. 1944
Abgestempelt mit: 20. OKT. 1944. Wien Niederdonau
Die nachfolgenden zwei Schreiben stehen mit diesem ersten Schriftstück in Zusammenhang:

b) Schreiben von Geheime Staatspolizei Wien, Nr. 2128 II BJA
an das Reichssicherheitshauptamt, Referat IV B 4 in Berlin
Datum: 28. März 1942
Abgestempelt mit vordr. abgef. 14.10.44
Betrifft: Vermögensverfall bei Juden auf Grund der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941
Es soll festgestellt werden, dass das Vermögen von „Arthur Israel Lion“ dem „Reiche verfallen ist.“
Unter dem Punkt „Zeitpunkt der Abwanderung“ ist folgendes vermerkt: „Nach Auskunft des Polizeipräsidenten in Wien ist L. Am 28.3.1939 nach Brüssel ausgereist.“
Außerdem ist als Vermögensverwalter (RM 5.000.-) der Rechtsanwalt Dr. Stephan Lehner, Wien I., Meistersingerstrasse 13, angeführt.

c) Schreiben von Chef der Sicherheitspolizei und des SD, Berlin
an den Herrn Oberfinanzpräsidenten Berlin, Nebenstelle Münzstraße
Zahlenvermerk: IV A 4 b (11.VO) – L. 14857
Datum: 24. August 1944
Unterschrift: i.A. gez.: Preuss

d) Korrespondenz GH mit Österreichischem Staatsarchiv
GZ R25596/01-AdR/2002
Datum: 4. Februar 2003
Übermittlung von Kopien der Akten VVSt. ZI. 9520 und FLD ZI. 3.349 aus dem Archivbestand der Gruppe 06 (Vermögensverkehrsstelle und Finanzlandesdirektion) Arthur Lion betreffend

e) „Verzeichnis über das Vermögen von Juden nach dem Stand vom 27. April 1938“
Ausgefüllt von Arthur Lion (4 Seiten)
Datum: 8. Juli 1938
Zahlenvermerk (Stempel): 9520
Beruf: Musikinstrumentenhändler
Wohnsitz: Rotenturmstrasse 17, Wien I.
Verheiratet mit Irma Lion, geb. Feigl
Arthur Lion gibt als Betriebsvermögen seine Musikinstrumentenhandlung am Schubertring 10, Wien I. an, Gesamtwert RM 7505.-

f) Schreiben von Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg
an Herrn Oberfinanzpräsidenten Wien-Niederdonau
handschr. Zahlenvermerk: 1741/42
Datum: 7. Juli 1942

g) Schreiben von Arthur Lion an das Ober-Finanzpräsidium in Wien III., Vordere Zollamtstraße 3 (2 Seiten)
Datum: 8. Februar 1939
Meldung der „Veränderung seines Vermögens per 12. November 1938“.
Er habe am 12. November 1938 „keinerlei kontributionspflichtiges Vermögen besessen.“

h) Schreiben der Geheime Staatspolizei Wien
an: Reichsstatthalter für Wien – Staatliche Verwaltung. Abwicklungsstelle der Vermögensverkehrsstelle
Geschäftszeichen: o.Z. II B 3 A
Datum: 2. Dezember 1940
Betrifft: Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit von Arthur Lion. Bitte um Übersendung einer „ev. dort liegenden Vermögensanmeldung“

i) Schreiben der Vermögensverkehrsstelle im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit an: Geheime Staatspolizei Wien
Datum: 7. Dezember 1940
Ev.Nr. 9.520
Bezug: o.Z. II B 3 A
Übermittlung von Vermögensverzeichnis und Veränderungsmeldung von Arthur Lion auf Wunsch der Gestapo Wien

j) 4 Schreiben der Geheimen Staatspolizei Wien. Referat II B 3 A. B-Nr.: 2128
Datum: 8. Mai 1941

Aberkennung der Staatsbürgerschaft von „Arthur Israel Lion“ und seiner Angehörigen: „Ehefrau: verwitwet“. Kinder: Ercih (sic!) Rudolf, geb. 8.4.1924
Auf S.2 befindet sich der Stempel: Berlin, 4.4.42 0.5210

Beschlagnahmeverfügung des gesamten Vermögens von Arthur Lion „zu Gunsten des Deutschen Reiches“

An Dr. Stefan Lehner, Rechtsanwalt und Vermögensverwalter von Arthur Lion. i.A. gez. Schindler

An das Finanzamt Moabit-West. Dienststelle für die Erfassung verfallener Vermögenswerte. i.A. gez. Schindler

k) Schreiben der Reichspostdirektion
an Oberfinanzpräsidenten Berlin (Dienststelle für die Verwaltung verfallener Vermögenswerte)
Geschäftszahl: II P 4 R 26440/41
Datum: 28. Januar 1942
Mitteilung darüber, dass das Vermögen von Arthur Lion, „dzt. vermutlich Belgien“, eingezogen wurde und dass er eine „rückständige Teilnehmergebühr2 von RM 92.- schuldet. Es wird um Überweisung auf ein Postscheckkonto gebeten.

l) Schreiben von Rechtsanwalt Stephan Lehner an den Oberfinanzpräsidenten Wien-Niederdonau
Geschäftszahl: 0 5210 B – P 6 e
Datum: 26. Mai 1943
Bericht darüber, dass kein Vermögen mehr vorhanden sei.

m) Vermögensbekenntnis von Arthur Lion
Datum: 3.3.1939
Handschr. Zahlenvermerk: 9520
Arthur Lion hat eine Beilage angefügt, in der er erläutert, dass er den Stand seines Vermögens vom 27. April 1938 nicht genau angeben kann, da sich alle Unterlagen im amtlich versiegelten Geschäftslokal am Schubertring 10 befinden.
Auf dem Vermögensbekenntnis befinden sich div. Stempel:
a) „Gildemeester“ Auswanderungs-Hilfsaktion. Wien IV., Prinz-Eugenstraße         22
b) Hilfsbüro Gildemeester – Rest unleserlich
c) Kontrolliert 3. März 1939

SPGH.VI/1.2.

Familiendokumente Stefan Pollatschek und Ilka Lion

a) Geburts-Zeugnis von Stefan Pollatschek.
Matrikelamt der Israelitischen Cultusgemeinde in Wien
Original ist zur Hälfte erhalten, das gesamte Zeugnis ist als Kopie vorhanden

b) Geburts-Schein von Ilka Lion
Matrikenführung der israelitischen Cultusgemeinde Reichenberg
im Original und in Kopie vorhanden

c) Geburts-Zeugnis von Ilka Lion

d) Auszug aus der Gemeindematrik. Vom 15. Sept. 1919
Stefan Pollatschek, Beruf Kaufmann, ist in Wien heimatberechtigt.
Handschr. Vermerke: Gattin Ilka. Geheiratet am 15. XI. 1915 in Wien
Abgestempelt „Mit 5 jähr. Reisepass beteilt. 19. Feb. 1930. Landstraße“

e) Heimat-Schein von Ilka Lion vom 9. November 1915

f) Heimat-Schein von Stefan Pollatschek vom 30. November 1937
Beruf: Schriftsteller

SPGH.VI/1.3.

Familiendokumente England

a) Medical Card, ausgestellt am 23. Juli 1943
von Gerda R. Hoffer
Adresse: 100 Adelaide Rd. NW 3

b) blaues kleines Kuvert, adressiert an Mr. F. Harras

c) Heiratsurkunde von Gerda Pollatschek und Friedrich Hoffer

d) Sterbeurkunde von Rudolf Grünfeld, gest. 1945

e) Sterbeurkunde von Stefan Pollatschek, gest. 17. Nov. 1942

f) Karte der United Synagogue mit Informationen über den Willesden Cemetery, Glebe Road, Pound Lane, N.W.10. Handschriftlich sind der Name Stefan Pollatschek ausgefüllt sowie das „Date of Internment“: 22nd November 1942.

g) Ex Libris von Stefan Pollatschek

SPGH.VI/1.4.

1) Israelischer Pass von Gerda Hoffer. Ausgestellt am 2.4.2001. Gültig bis 1.4.2011

2) Britischer Pass von Gerda Hoffer. Ausgestellt am 19.5.1998. Gültig bis 19.5.2008

SPGH.VI/2
Fotos, rote Mappe
in Kuvert:
5 Passfotos von Stefan Pollatschek
Kleinformatiges Foto mit 4 Männern ###
Gerda Hoffer, ihre Eltern und Tante Traut (Gertrude Zeisler) auf der Wiener Ringstraße, Ende 1920er Jahre
Passfoto von Gerda Hoffer, vor 1998
Stefan Pollatschek und Gerda Hoffer, ca. 1922
Stefan Pollatschek und Ilka Pollatschek als junges Paar
Gerda Hoffer ### als junge Frau
Gerda Hoffer als junges Mädchen, ca. 1933/34
Gerda Hoffer und Ilka Pollatschek ###, ca. 1933/34
Stefan Pollatschek, lesend
Stefan Pollatschek, rauchend in Uniform
Porträtfoto Stefan Pollatschek. Beschriftung: „In der Hoffnung dass Sie die Freundschaft Stefl´s auf mich übertragen. Illy Pollatschek. 2. November 1947.
Passfoto von jungem Mann ###
Kopie eines Fotos von Gerda Hoffer
Foto einer Urkunde für Gerda Hoffer, überreicht aufgrund ihrer Tätigkeit als Zeitzeugin an ihrer alten Schule. 27.10.2006

in weißer Mappe:
Bühnenfoto der Kulisse von „Dr. Berghof“ im Stadttheater Polski in Lodz
Großformatiges Foto von Gerda Hoffer als Kleinkind auf Karton

Fotoalbum, beschriftet:
Beginnt mit der Seite „Zuhause (Wien 1937)“ (Parkbesuch, Christbaum, Katze,…), weiters u.a. „Grinzing“ (Stadtaufnahmen, Fiaker,..),  „1938“ (Karl-Marx-Hof,…), „Budapest“, „Pörtschach“, „Der Zirkus“ (Gruppe junger Leute,…), „1935-36“ (Aufnahmen von Gerda Hoffer), „Rax Ausflüge 1937“, „Emigration Prag 1938“, „Letchworth“, „Strohwitwe“ (Gerda Hoffer mit Freundinnen ###),

SPGH.VI/3
Unterlagen Gertrude Zeisler 2. gelbe Mappe
(Sämtliche folgenden Dokumente sind Kopien, welche GH von verschienden Stellen für ihre Recherchen erhalten hat. Zahlreiche der Unterlagen sind mehrfach vorhanden.)
Gertrude Zeisler, geb. Lion, war die Schwester von Ilka Pollatschek und damit die Tante Gerda Hoffers. „Tante Traude“, geboren am 13. Oktober 1888, war mit dem Rechtsanwalt Max Zeisler verheiratet, der jedoch schon 1926 verstarb, und arbeitete auch nach dessen Tod als Kanzlistin in seiner Rechtsanwaltskanzlei. Bevor die Familie Pollatschek aus Österreich flüchtete, wohnte sie für einige Zeit gemeinsam mit Gertrude Zeisler in der Straßergasse 13 im 19. Bezirk. Da sie nach der Annexion Österreichs ihre Arbeit als Kanzlistin verlor, zog sie nach der Flucht der Familie Pollatschek zu ihrem Bruder Arthur Lion in die Rotenturmstraße 17/18 im 1. Bezirk. Von dort wurde sie am 19. Februar 1941 in das Ghetto Kielce deportiert, von wo aus sie Briefe und Postkarten verschicken konnte, u.a. an ihre in Zürich lebende Cousine Olga Borges. Einige dieser Briefe wurden 1981 von Gerda Hoffer auf Englisch übersetzt und unter dem Titel „I did not survive – Letters from the Kielce Ghetto“ veröffentlicht. 2009 erschienen sie im Original unter dem Titel „Traud Zeislers Briefe aus dem Ghetto in Kielce 1941-1942“ Hrsg. von Gerda Hoffer. Transkribiert von Matthias Schulz. Die letzte Nachricht von Gertrude Zeisler stammt vom 13. August 1942, eine Woche darauf wurde mit der Liquidierung des Ghettos begonnen. Sie wurde vermutlich im Vernichtungslager Treblinka ermordet oder kam auf dem Transport dahin ums Leben. Quelle: www.doew.at (http://www.doew.at/erinnern/fotos-und-dokumente/1938-1945/nachrichten-aus-dem-ghetto/kielce/gertrude-zeisler-du-wirst-mich-fuer-einen-rechten-jammerpepi-halten)

a) Schreiben der Vermögensverkehrsstelle im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, Strauchgasse 1, Wien 1.
Datum: 4. August 1938. Stempel: 1. SEP. 1938
Betreff: III Jd. 29/38 g.
Zahlenvermerk (Stempel): 9207
Aufforderung an Fr. Gertrude Zeisler, Strassergasse 13, XIX. Wien, ihre „angemeldeten ausländischen Wertpapiere“ der „Reichsbankstelle in Wien anzubieten und auf deren Erfordern zu verkaufen.“
Gezeichnet: Der Staatskommissar in der Privatwirtschaft

b) „Verzeichnis über das Vermögen von Juden nach dem Stand vom 27. April 1938“
Ausgefüllt von Gertrude Zeisler
Datum: 15. Juli 1938
Zahlenvermerk (Stempel): 09207
Abgestempelt mit dem Vermerk „Nach Polen“

c) Vermögensbekenntnis von „Zeisler Gertrude Sara“ vom 10. Dezember 1939.
Handschriftlicher Zahlenvermerk: 49806
Abgestempelt mit dem Vermerk: Erledigt
Das Konvolut enthält auch ein Vermögensbekenntnis vom 10. Juni 1939
Abgestempelt mit dem Vermerk „Veränderung“ und „Gesperrt durch Vermögensanmeldung“.
Als Beilage (3 Seiten) findet sich eine von Gertrude Zeisler unterschriebene detaillierte handschriftliche Auflistung sämtlicher Ausgaben, u.a. für Spenden, Rechtsanwalt für Dachau Befreiungsgesuche 18.1.39 und 30.1.39 (100.- bzw. 900.- RM), Arztbesuche, Spende an Kultusgemeinde (60.- RM). Am Ende dieser Auflistung führt Gertrude Zeisler an, dass ihre verhältnismäßig hohen Ausgaben im Haushalt darauf zurückzuführen seien, dass „mein Schwager samt Frau und Tochter bis Juli 1938 bei mir gelebt haben und da diese Familie seit dem Umbruche nichts verdient hat, ich die Kosten ihres Lebensunterhaltes und ihrer Ausreise bestreiten musste. “

d) Schreiben von Gertrude Zeisler an die Vermögensverkehrsstelle Wien vom 10. Dezember 1938, zur Anzeige von „Veränderungen in ihrem Vermögen“. Auflistung von Erträgen aus dem Verkauf von Wertpapieren. (3 Seiten)

e) Anlage zur „Anmeldung des Vermögens“ vom 4. August 1938, u.a. führt Gertrude Zeisler 3 Teppiche, einen silbernen Wandteller und eine „goldene Damenarmbanduhr (alt im Dorotheum gekauft)“ an. (3 Seiten) Zahlenvermerk: 09207

f) Übermittlung eines Ansuchens von „Gertrude Sara Zeisler“, „mit der Bitte um weitere Veranlassung“.
Absender: Leiter der Vermögensverkehrsstelle: i.A. Kanz
Empfänger: Finanzamt Heiligenstadt „Judenvermögensabgabe“
Datum: 11. November 1939.
Zahl: V.A./6 Bl/Gtz 9.207
Juwa Nr. 19/9451
1 Beilage (5 Blätter)
In diesem Ansuchen gibt Gertrude Zeisler an, dass ihr Mitte Juni 1939 bei der „Vermögensverkehrsstelle in Wien ausgewiesener Stand des Vermögens“ RM 8.400.- betragen hat, dass seitdem davon u.a. die 4. und 5. Rate der Vermögensabgabe, Einkommenssteuer und die Gebühr anlässlich der Ausstellung des Passes bezahlt wurden und ihr heutiger Vermögensstand daher ca. RM 450.- betrage.

SPGH.VI/4

Text [von?] Extracts from Letters 1939, unveröffentlicht ###
Auszüge aus transkribierten Briefen, von Hannah Utitz ausgewählt und ins Englische übersetzt. Es handelt sich um Briefe, die die nach England geflüchteten Töchter Helga und Hannah Utitz von ihren in der Tschechoslowakei verbliebenen Eltern Anna und Viktor Utitz im Zeitraum von 1939-1941 erhielten.
Die Eltern schickten auch Pakete ins Ghetto Kielce an Gerda Hoffers Tante Traut. Anna (geboren am 27.10.1899) und Viktor (geboren am 21.10.1891) wurden am 21.10.1941 nach Łódź deportiert. Der Vater Viktor starb nach offiziellen Angaben am 28.2.1942 in Łódź  bzw. laut anderen Angaben am 7.6.1942. (Quelle: https://www.holocaust.cz/en/database-of-victims/victim/142813-viktor-utitz/). Die Mutter Anna wurde entweder am 28.2.1942 oder am 10.9.1942 nach Chelmno deportiert. (Quelle: https://www.holocaust.cz/en/database-of-victims/victim/142814-anna-utitzova/)

SPGH.VI/5

Artikel über Gerda Hoffer in der Jerusalem Post, ca. 2008. 1 Seite

SPGH.VI/6

Nachgereicht von KK 2015/11/26: Gerda Hoffer/Stefan Pollatschek: Kopie Gespräch mit GH 1999/6/3 Jerusalem. Gespräch mit Bernadette Rieder. 10 Seiten.
Über Kindheit, Flucht aus Österreich, Leben im englischen Exil, Auswanderung nach Israel, ihr Leben als Schriftstellerin, über Sprachen/ Übersetzungen, Staatsbürgerschaften, Bücher

Original Brief SP an Franz Kobler 1942/10/10, eigentlich Kopie, nun in SPGH.III.6.

Die Ermordeten und Überlebenden in „Gerdas Erinnerungen“

Die Ermordeten
Erich Strauss, Freund, bzw. Verlobter Gerdas.
Irma Hoffer, Mutter ihres späteren Ehemanns Fritz Hoffer.
Arthur Lion, Onkel Gerdas, Inhaber eines Musikwarengeschäfts am Parkring in Wien (nach einen Leidensweg im KZ Buchenwald und einer Flucht nach Belgien und Frankreich ermordet in Auschwitz). Irma Lion, geborene Feigl, seine Frau, Tante Gerdas, die sich im September 1938 in Wien erhängte.
Fanny Pollatschek, Tante Gerdas, geboren 1885 in Wien, verheiratet mit dem Kaufmann Richard Kummermann, mit dem sie in Döbling wohnte.
Tante Traud, Tante Gerdas (geborene Gertrude Lion, verheiratete Zeisler, Witwe des Rechtsanwalts Dr. Max Zeisler), wurde 1941 nach Kielce und von dort 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert.

Die Überlebenden
Der Schriftsteller "Stefl" (Stefan) Pollatschek, Vater Gerdas, geboren 1890 in Wien, gestorben 1942 in Epsom in Surrey.
Seine Ehefrau Ilka (Illy) Pollatschek (geborene Lion), geboren 1893 in Reichenberg, verstorben 1950 in London.
Helene Pollatschek, Gerdas Tante, geboren 1893 in Wien, heiratete am 17.10.1922 im Tempel in der Schopenhauerstrasse Felix Mayer, Sohn des Wiener jüdischen Gemeinderats Sigmund (Siegmund) Mayer, geboren 1831 in Pressburg, gestorben 1920 in Wien, Verfasser der Bücher “Ein Wiener Kaufmann” (1911) und “Die Wiener Juden 1700-1900” (1917). Helene Pollatschek starb 1968 in New York. (Deren Sohn, der Ökönom Tommy, lebt im Alter von 83 Jahren in San Francisco).
Der Geschäftsmann Erwin Pollatschek, Onkel Gerdas, flüchtete über Prag und Irland nach London, wo er 1960 starb.
Der Steuerberater Manfred Lion, Onkel Gerdas, starb in den 1960er Jahren in Mexiko.
Friedrich (Fritz) Hoffer, Gerdas Ehemann, geboren 1909 in Gablonz, gestorben 1971 in London, Cousin des Psychoanalytikers Willy Hoffer.
Hugo Strauss, der jüngere Bruder von Erich Strauss, flüchtete nach Palästina und gelangte nach Mauritius, ging in die britische Armee und starb 1948/49 in Wien durch eigene Hand, nachdem er sich in eine Christin verliebt hatte.
Kurt Weinberg, Freund von Erich Strauss, ging nach England, wo er sich in Wels umbenannte.
Wilhelm (Willi) Frank, geboren 1916 in Budapest, gestorben 1999 in Salzburg, kehrte 1945 aus der Schweiz nach Österreich zurück und wurde Energiewissenschaftler.
Reni Rosenberg, geboren 1917 in Wien, verheiratet mit dem aus Galizien gebürtigen Seemann Dan Gilad, starb 1996 in Israel.
Tante Paula, die Mutter von Reni Rosenberg, ging aus Australien nach Israel, so wie ihre Tochter Reni, die sie überlebte.
Onkel Walter, der Vater von Reni Rosenberg, starb 1948 in Australien.
Helli Liebel, verheiratet mit dem Angestellten einer Exportfirma und späteren Schauspieler Fritz Glaser.
Liesl (Elisabeth) Landes, verheiratet mit Karl Teply
Judith Bauer, verheiratete Silberman, starb 2011 in den USA.
Kitty Hahn, Gerdas schulfreundin in der hauptschule, starb 2011 in Israel.
Kurt Rabinowitz wurde Frauenarzt und starb in den 1990er Jahren in Israel. sein jüngerer Bruder Alfred (Fred), verheiratet mit herta auerbach, fiel im israelischen Unabhängigkeitskrieg.

Die aufwww.doew.at einsehbare Datenbank der österreichischen
Opfer der Shoah enthält folgende Informationen:
Arthur Lion, geboren am 3.3.1887 in Reichenberg, deportiert am 16.9.1942 aus Drancy nach Auschwitz.
Gertrude Zeisler, geboren am 13.10.1888 in Reichenberg, deportiert am 19.2.1941 nach Kielce.
Irma Lion, geboren am 23.5.1893 in Wien, gestorben am 30.9.1938 in Wien.
Erich Strauss, geboren am 2.7.1912 in Wien, deportiert am 22.12.1942 aus Prag nach Theresienstadt.

Ergänzende Materialien zu Stefan Pollatschek

a) Die österreichischen Verlage Stefan Pollatscheks

Saturn Verlag, Wiener Buch- und Kunstverlag, Wiener Verlag

Im Saturn-Verlag erschienen fast alle Romane Stefan Pollatscheks. Laut Murray G. Hall ist "die Vorgeschichte zur Gründung des „Saturn-Verlags“ 1926 mit der Gründung des „Phaidon-Verlags“ identisch". Dr. Fritz Ungar hatte im April 1923 den "Phaidon-Verlag" gegründet, hatte ihn jedoch 1924 Dr. Béla Horovitz überrlassen, um im März 1926 den "Staurn Verlag" zu gründen. 1932 erfolgte die Gründung der Genossenschaft als "Literarischer Verlag".
Im Protokoll der konstituierenden Generalversammlung hieß es: "daß die Gründung der Genossenschaft einem dringenden Bedürfnis entspricht, da es insbesondere für einen jungen weniger bekannten Autor bei den heutigen Wirtschaftsverhältnissen nicht möglich ist, seine Schöpfungen bei einem der bestehenden Verlage unterzubringen. Es sei daher notwendig, eine Verlagsanstalt auf kollektiver Basis zu gründen, welche sich zur Aufgabe machen will, dem literarischen Nachwuchs die Möglichkeit der Entfaltung zu geben."
Es erschienen Werke von Benjamin Disraeli, der Roman "Das Geheimnis des Reichs" von Heimito v. Doderer, einige Bände der geplanten gesammelten Werke Otto Stoessls, Lyrikbände von Ernst Waldinger, Alfred Neumann, Romane von Kurt Sonnenfeld, Hermynia Zur Mühlen. In der Lyrikanthologie "Österreichische Lyrik der Gegenwart" 1934 erschien auch ein Gedicht Theodor Kramers. 1936 erschien Wilhelm Börners "Politische Zeitfragen in ethischer Beleuchtung" und 1937 Emil Reichs "Grillparzers dramatisches Werk". Für den "Völkischen Beobachter" war der Verlag ein "Judenverlag".
(Mehr Information unter: http://verlagsgeschichte.murrayhall.com/?page_id=562)

Beim Wiener Buch- und Kunstverlag handelt es sich um den Wiener Reinhold Verlag. Viktor Matejka zur Entstehungesgeschichte des Buches: "Anfang der dreißiger Jahre beschlossen wir drei Freunde, denen von Überkritischen eine "Verschwörung" angedichtet wurde, ein Buch herauszubringen. Es erschien 1933 im Wiener Reinhold Verlag und enthielt 32 Analysen Pollatscheks zu ganzseitigen Abbildungen." (Viktor Matejka: Das Buch Nr. 3. Wien 1993, 171).
In Murray G. Halls "Österreichische Verlagsgeschichte" kann man in einer Fußnote zum Gsur-Verlag lesen: "Die Reinhold Buch- und Kunstverlag Ges.m.b.H., die u.a. die Berichte zur Kultur- und Zeitgeschichte sowie kleine historische Monographien herausgab, wird in dieser Arbeit nicht näher berücksichtigt, da es sich nicht um einen belletristischen Verlag handelt. Wohl aber hat der Reinhold-Verlag gelegentlich belletristische Werke herausgegeben. Der handelsgerichtlich protokollierte Verlag (Reg. C 20, 76) wurde im Mai 1924 von den Gesellschaftern Rosa Reinhold, Lotte Reinhold und dem verantwortlichen Geschäftsführer und Konzessionsinhaber Nikolaus Hovorka (* 1901 in Teslic, Bosnien) gegründet." (http://verlagsgeschichte.murrayhall.com/?page_id=303#_ftn4)

Der Wiener Verlag ging 1949 an die Druck- und Verlagsanstalt „Vorwärts", also an das Verlagshaus der SPÖ. Doch schon vor 1934 hat es eine gemeinsame Geschichte gegeben, da von der sozialdemokratischen Partei 1909 ein Gelände für das geplante „Vorwärtsgebäude“ auf der Wienstraße 89a (ab 1911 Rechte Wienzeile 97) gekauft wurde. Im Hinterhof befand sich die Druckerei des eben bankrott gegangenen Wiener Verlags.
Dieser war 1899 gegründet worden. In diesem sind bis zum Bankrott Arthur Schnitzler „Reigen“ und Werke von Hugo von Hofmannsthal, Carl Hauptmann, Heinrich Mann, Felix Salten erschienen. (Mehr Information unter: http://verlagsgeschichte.murrayhall.com/?page_id=38#4r)

b) Zeitgenössische Rezensionen und Ankündigungen (1931-1949)

*Dr. med. Berghof ordiniert 2—4 Uhr. Roman. Wien: Saturn 1931, 264 Seiten
**Schicksal Maschine (Roman). Wien: Saturn 1932, 230 Seiten
***Der Maler Rudolf Rapaport. Das Überwirkliche im Porträt. Essay. Wien: Wiener Buch- und Kunstverlag 1933, 64 Seiten
****John Law. Roman der Banknote. Wien: Saturn 1936, 273 Seiten
*****Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh. (Roman) Wien: Saturn 1937, 320 Seiten
******Dozent Müller. Die Tragödie eines Wiener Arztes. (Roman). Wiener Verlag 1948. 254 Seiten. Urspr. Titel: Die Pest

Dr. med. Berghof ordiniert 2—4 Uhr. Roman. Wien: Saturn 1931, 264 Seiten

Stephan Pollatschek: Dr. Med. Berghof ordiniert 2-4 Uhr." Roman. (Wien, Saturn-Verlag.)
Neues Wiener Journal vom 1.August 1931, 5
Ein Buch, das aufhorchen macht. Es ist mehr als die wirklichkeitserfüllte Gestaltung der Lebengeschichte eines Arztes und Don Juans. Mit kühnem Griff wird ein höchst bedeutungsvolles Problem umrissen: der Arzt in seiner Doppelrolle als rechnender Geschäftsmann und helfender Märtyrer. Wenn der Verfasser auch der medizinischen Wissenschaft oder doch ihren sich gottähnlich gehabenden Vertretern in ihrer immer mehr gesteigerten Spezialisierung und Kommerzialisierung mit größter Skepsis gegenübersteht, so wäre es doch ein völlige- Mißverstehen der Tendenz des Werkes, wollte man darin eine prinzipielle Gegnerschaft des Autors der Medizin gegenüber erblicken. Die Zeichnung seines Helden Dr. Berghof tritt dieser Annahme deutlich genug entgegen. Über diese tief schürfende Problematisierung des modernen ärztlichen Betriebes hinaus aber darf sich das Buch auch in seiner künstlerischen Gestaltung der Kritik stellen. Die mit stärkstem Leben erfüllten Gestalten des Romans verraten ein bedeutendes Erzählertalent. Figuren, wie der Chirurg Hofrat Plohner oder der originell-humorvolle Lebenskünstler Dr. Axt, nicht minder übrigens die Frauengestalten des Werkes, so vor allem die in Stendhalscher Manier gezeichnete Contessa di Rona, bleiben dem Leser lange und in guter Erinnerung. Alles in allem ein anregendes Buch, ein Buch, das Beachtung verdient. K.

Stefan Pollatschek: „Dr. med. Berghof ordiniert 2—4 Uhr“. (Saturn-Verlag, Wien I).
Büchertisch. In: Pilsner Tagblatt vom 26.1.1932, 3
Ein aufwühlendes Buch aus dem ärztlichen Milieu, das Leben eines Chirurgen mit all der Mühe und Aufopferung und dem grausigen Erleben von Blut, Qual und Tod. Nicht nur eine spannende, psychologisch interessant« Erzählung, sondern auch ein schonungsloser Einblick in das Getriebe deS modernen, ärztlichen Betriebes - Ein Buch der Wahrheiten.

Stephan Pollatschek: Dr. Berghof ordiniert von zwei bis vier Uhr. Roman. 264 Seiten. Saturn-Verlag, Wien. 1931. Geheftet 5'40, Leinen 8‘10 Schilling. (D)
Bücherschau. In: Bildungsarbeit. Blätter für sozialistisches Bildungswesen. 19. Jg. Heft 3, März 1932, 73
Der Berufsroman, der die eigentümlichen Lebensbedingungen des Berufsmenschen veranschaulichen soll, die für jeden Beruf andere sind, stellt an den Autor zwei Anforderungen, die nicht allzu häufig in gleichem Maße in einer Person vereint Vorkommen: detaillierte Sachkenntnis in. dem in Rede stehenden Beruf und die Fähigkeit, wahrscheinlich und anschaulich zu fabulieren. Alles Romanhafte in dem vorliegenden Buch, das von einer ganzen illegitimen Dynastie Don Juans von der traurigen Gestalt handelt, hält sich an der Oberfläche und berührt den Leser nicht tief, aber die Beleuchtung des Ärzteberufes vom großen Chirurgen bis zum kleinen Landbader ist mitleidslos klar und wenn auch nicht erstmalig dargeboten, so doch lesenswert. Der Roman hält sichtlich auf anständiges künstlerisches Niveau und kann empfohlen werden. A. N. []

Schicksal Maschine (Roman). Wien: Saturn 1932, 230 Seiten

Der Roman erschien ebenfalls in der deutschen sozialdemokratischen Zeitung „Vorwärts“ ab dem 26. Oktboer 1932 als Fortsetzung. Siehe Seite http://fes.imageware.de

Stephan Pollatschek: Schicksal Maschine. Roman. 230 Seiten. Saturn-Verlag, Wien. 1932. Geheftet 5‘40 Schilling. (D)
Bücherschau. In: Bildungsarbeit. Blätter für sozialistisches Bildungswesen. 19. Jg. Heft 12, Dezember 1932 , 251
Nach dem Titel zu schließen, wollte der Verfasser in diesem seinem Roman schildern, wie schicksalbestimmend die Maschine für die Menschen ist. Dies zu beweisen, ist überflüssig; es zu schildern, ist lobenswertes Unternehmen, aber dem Autor mißlungen, obwohl der Anfang des Romanes vielversprechend ist. Im Verlauf des Romans wird das große Problem zu einer Familienangelegenheit des Fabrikanten Weltlin, nach langen, platten Dialogen verläßt Weltlin eines schönen Tages sein Haus, seine „geliebte Fabrik", schläft mit Arbeitslosen unter Brücken und wird Kommunist. Er ruft die Massen zur Tat und kommt mit seinem Sohne, der zur Mäßigung und Vorsicht mahnt, in einer Sitzung „sozialistischer Führer" in Widerstreit; schließlich werden sie alle miteinander verhaftet, weil die neue, durch einen Putsch ans Ruder gekommene Regierung die Führer festnehmen läßt. Die verhafteten Arbeiterführer, vor die Wahl gestellt, den Tod zu erleiden oder die Demonstration abzusagen und freigelassen zu werden, bleiben standhaft und wählen den Tod. Was hat das alles mit der Maschine zu tun, die unser Schicksal bestimmt? Das Buch ist sicherlich dem Bestreben entsprungen, dem Sozialismus zu dienen. In seiner Unausgegorenheit kann es in den Köpfen vieler Leser Vorstellungen erwecken, die weit vom Sozialismus entfernt sind. Hlk.

Der Maler Rudolf Rapaport. Das Überwirkliche im Porträt. Essay. Wien: Wiener Buch- und Kunstverlag 1933, 64 Seiten

Ueberwirkliche Bildniskunst?
Alfred Markowitz: Ueberwirkliche Bildniskunst? In: Arbeiter-Zeitung vom 28. August 1933, 3
Dem Porträtisten Rudolf Rapaport hat Stephan Pollatschek eine im Wiener Buch- und Kunstverlag 1933 erschienene Studie unter dem Titel: „Der Maler Rudolf Rapaport. — Das Ueberwirkliche im Porträt", gewidmet.
Diesem Titel kann man bereits so viel entnehmen, daß es Rapaport weniger darum zu tun ist, das wiederzugeben, was für gewöhnlich an Menschen als das Wirkliche gilt, nämlich ihre körperliche Erscheinung, denn um die Darstellung ihrer über diese hinausgehenden seelischen Eigenschaften. Aus der Schrift selbst erfährt man dann, daß Rapaport auf äußere Aehnlichkeit überhaupt ganz verzichte und es von ihm Bildnisse gebe, aus denen nicht einmal mehr zu erkennen sei, ob es sich um einen Mann oder um eine Frau handle.
Den Hauptinhalt der Studie bildet die seelenkundliche Zergliederung von zweiunddreißig in ihr wiedergegebenen Bildnissen Rapaparts. Diese Analysen seien, wie Pollatschek ihnen hinzufügt, von Freunden der Dargestellten als zutreffend erkannt worden. Nichtsdestoweniger ergeben sich sehr gewichtige Bedenken gegen sie.
„Es ist der Geist, der sich den Körper baut" sagt Schiller in seinem „Wallenstein", und hat damit nur die Erfahrungstatsache in poetische Form gekleidet, daß wir auf die seelischen Eigenschaften der Menschen aus ihrer körperlichen Erscheinung und ihrem körperlichen Gehaben zu schließen pflegen. Wir könnten das nicht, wenn es nicht regelmäßige Beziehungen zwischen der äußeren Erscheinung und den inneren Eigenschaften der Menschen gebe, mag auch die Physiognomik, die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung dieser Beziehungen beschäftigt, noch recht unentwickelt sein, so daß wir dabei mehr von unserem Gefühl als unserem Verstand geleitet werden. Das ist jedoch Nebensache. Die Hauptsache ist, daß unter der notwendigen Voraussetzung solcher Beziehungen ein Porträtist, der, wie Rapaport, auf äußere Aehnlichkeit ganz verzichtet, auch kein ganz richtiges Seelenbildnis zustande bringen kann. Gewiß, mit dem bloßen Abbilden des zufälligen körperlichen Zustandes eines Menschen in irgendeinem Augenblick kann es nicht getan sein. Die körperliche Erscheinung der Menschen ist etwas in ziemlich weiten Grenzen Veränderliches, und nur in günstigen Augenblicken enthüllt sich ihr geistiges Wesen. Diese günstigen Augenblicke festzuhalten und zu einem Charakterbild zu verschmelzen, das ist die Aufgabe des Porträtisten, und ein so entstandenes Bildnis wird immer über eine zufällige photographische Aufnahme irgendwie hinausgehen und sich nie mit dem Zustand des Dargestellten in einem einzigen Augenblick seines wirklichen Daseins decken. Ein solches Bildnis ist insofern überwirklich, als es die Wirklichkeit verschiedener Augenblicke in einem Augenblick, der niemals wirklich vorkommt, zusammenfaßt. Aber diese Ueberwirklichkeit setzt sich immerhin aus Wirklichkeiten zusammen. Eine Ueberwirklichkeit dagegen, die gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, wie sie Pollatschek den Bildnissen Rapaports geradezu nachrühmt, kann nie ein richtiges Charakterbild ergeben. Wo es gleichwohl so scheint, als ob ein äußerlich ganz unähnliches Bildnis den Charakter des Dargestellten zum Ausdruck bringe, da kann das nur mit Hilfe gewisser, aus zahlreichen Einzelfällen abgezogener Formen, das heißt also, von Formeln geschehen sein, die den Feinheiten des individuellen Seelenlebens nicht gerecht werden.
Doch abgesehen von diesen Bedenken, die ja nur das Außerkünstlerische eines Bildnisses betreffen. Ein künstlerisches Bildnis ist, ob es nun in jeder Hinsicht richtig "getroffen" ist oder nicht, ein packendes Charakterbild. Angesichts seiner erleben wir einen andern Menschen in uns selbst, erweitern wir unser Ich über seine engen Grenzen hinaus, und dieses Erlebnis ist das künstlerische Erlebnis. Wenn es uns zuteil wird, fällt es uns gar nicht ein, uns über die einzelnen Charakterzüge, die ihre starke Wirkung auf uns ausüben, begriffliche Rechenschaft geben zu wollen. Wir erleben, und das genügt uns. Rapaports Bildnisse sind zweifellos interessant, sie mögen Seelenforscher anregen, befriedigen aber das künstlerische Bedürfnis nach Erlebnissen nicht im selben Maße. Das ist ihre zweite, ihre künstlerische Schwäche.
Damit soll nichts gegen die Begabung Rapaports gesagt sein und auch nicht das Verdienst Pollatscheks, auf ihn aufmerksam gemacht zu haben, geschmälert Werden. Manche große Bildnismaler haben so angefangen wie Rapaport, und es ist daher nur recht und billig, wenn man ihn fördert. Aus demselben Grunde wäre es aber auch verfehlt, ihn vorzeitig als vollendeten Meister zu preisen. Das fördert nicht, sondern kann nur schaden. A.M. [Alfred Markowitz]

Der psychologische Porträtist Rapoport
Max Ermers: Der psychologische Porträtift Rapoport. In: Der Tag vom 10. Juli 1933, 4
Das ist ein seltsamer Fall, dieses Psychologen-Paar Rudolf Rapaport und Stephan Pollatsche k, von denen der letztere, Dichter seines Zeichens, dem ersteren, der malt, ein Buch gewidmet hat, das den richtigen Untertitel „Das überwirkliche im Porträt" trägt. (Wiener Buch- und Kunstverlag.) Vorläufig gehören sie noch ganz untrennbar zusammen, der Analysator-Biograph und der psychologische Maler, denn unser Auge ist noch wenig geschult, Kunstwerke von der Art, wie Rapaport sie schafft, ganz in sich aufzunehmen.
Betrachtet man zum erstenmal die ganz sonderbaren und anscheinend ganz verwilderten Bildstudien Rapaports, so ist man geneigt, ihn jener Sorte deutscher oder russischer Sauvages zuzuzählen, die innerhalb des Expressionismus nicht ganz selten waren. Erst wenn man näher und tiefer hineinblickt in das seltsame Gewirr divergentester Stücke, die ganz zeichnerisch — und doch nicht — um Gesicht, Haare, Figur und Seele flattern, entdeckt man plötzlich, daß eine ungewohnte Ordnung, daß ein System in dieser farbigen Strichwelt herrscht, aus der Helligkeiten und Verdunkelungen sich abheben. Aus diesem Strichgewirr, das wie eine Nebenwand vom Porträtieren abscheidet, taucht dann Plötzlich die verräterische Maske des Modells wie durch einen Schleier auf; man fühlt sich fast magisch von einer überlebendigen Existenz angezogen, die wenig von den äußerlichen Originalzugen des Dargestellten verrät, um so mehr aber von seiner psychologischen und schicksalsmäßigen Innenwelt. Die banale, glatte Hülle der Epidermis fällt und das physiognomische Skelett wird offenbar. Forscht man dann weiter im Reiche der Entdeckungen, die viel Übung und Versenkung erfordern, so erfährt man zu seinem Erstaunen die Richtigkeit der Analyse.
Die Kunst Rapaports, der ein „hellseherisches Element nicht abgesprochen werden kann, ein Element, das durch Pollatscheks halb intuitive, halb wissenschaftliche Betrachtungsweise vorläufig noch rätselhafter wird, kommt natürlich — kunsthistorisch gesprochen — nicht aus dem luftleeren Raum.
Sie hat Vaterschaft und Mutterschaft. Man wird manches Vorläufertum bei van Gogh und Schiele auffinden können. Der noch wenig bekannte Wiener Porträtzeichner Kreß geht einen ähnlichen, wenn auch nicht gleich eindringlichen Weg. Bon Haus aus war Rapaport ein realistischer Zeichner, der in vieler Hinsicht an Dürer erinnerte. Dann kam eine flächige, etwas flaue Verwischtheit in seine Zeichnungen und ein Übergang ins Malerische. Er arbeitete mit anscheinend Weichen, aber doch unerhört sicheren Andeutungen des Pinsels. Erst zuletzt ging der Sprung ins Pastellartige, Wildgestrichelte. Da steht er nun heute, in einer Art von visionärer Sicherheit, die ihre eigene Technik geschaffen hat.
Die Ausstellungen haben sich bisher gegen diese Malerei gesträubt, die nicht auf die Lippen, Augen und Stirnen blickt, sondern auf das, was hinter ihnen vorgeht, vorging. Auch schienen ihnen die Bilder Rapaports anscheinend zu wenig schön. Mit Unrecht. Eine eigenartige Kraft und Schönheit steckt hinter diesen rätselhaften Bildnissen, denen Pollatschek durch kongeniale Analysen die Daseinsberechtigung vor einem größeren Publikum erschlossen hat. Man müßte den Maler Rudolf Rapaport, der sicher viel Merkwürdiges erlebt hat, bevor er diese Kunstform in sich entdeckt hat, bald öffentlich zu Wort kommen lassen. [Max] Ermers.

Okkulte Malerei von Wolfgang Born.
Neues Wiener Journal vom 26.2.1934, 4
In der Galerie Neumann & Salzer ist derzeit eine umfangreiche Kollektivausstellung des Malers Rudolf Rapaport zu sehen. Der Künstler hatte bisher noch kaum etwas in der Öffentlichkeit gezeigt, doch hatte ihn eine Broschüre von Stephan Pollatschek bereits in Fachkreisen eingeführt. Der Autor sieht in dem Künstler einen Meister, des „Ueberwirklichen", einen Deuter - menschlichen Seelentums von ungewöhnlicher künstlerischer Ausdruckskraft. Die Malereien und Zeichnungen von Rudolf Rapaport — in der Mehrzahl Pastelle — präsentieren sich als subjektive Äußerungen eines Mannes, der offenbar über eine starke Sensibilität verfügt, jedoch keineswegs eine künstlerische Form für sein Erlebnis sucht. Er will unmittelbar, ohne den Umweg über die Natur oder ein Symbol, „sagen, was er leidet", um das Tasso-Wort auf diesen modernen Fall anzuwenden. Man kennt ähnliche Bemühungen aus den Kreisen der Theosophen um Rudolf Steiner, und auch die Psychiatrie weiß um Fälle, in denen unter besonderen seelischen Bedingungen der Drang nach bildnerischem Ausdruck jenseits der Formgesetze mächtig wird. Schließlich könnte man auch die Kinderzeichnung zum Vergleich heranziehen, um das Phänomen der Malerei Rapaports zu erklären. Wie dem auch sei, sie hält sich außerhalb des eigentlichen Gebietes der bildenden Kunst, deren Sprache ja immer die Form ist, und so soll auch hier nicht der Maßstab der Kunstkritik Anwendung finden. Der Besucher wird genug Anregung zum Nachdenken haben, wenn er auch auf ein homual-ästhetisches Verhältnis zu dem Werk nicht rechnen kann. Die Bilder Rapaports sind vorwiegend Porträts, allerdings ohne den Anspruch auf optische Aehnlichkeit des Dargestellten zu erheben. Unter einem Netz von sich kreuzenden Strichlagen sieht man undeutlich das Oval eines Kopfes, Augen oder Mund. Mitunter wird Man an die Versuche radikaler Expressionisten erinnert, die in der ersten Nachkriegszeit von sich reden machten. Ein gewisser farbiger Reiz wird vielleicht manchen mit den ihm sonst unzugänglichen Darstellungen aussöhnen. — Mehrere plastische Arbeiten von Paul Königsberger, die gleichzeitig mit den Bildern Rapaports zu sehen sind, wecken reges Interesse für diesen in Wien noch verhältnismäßig wenig bekannten, ernsten und tüchtigen Bildhauer.


John Law. Roman der Banknote. Wien: Saturn 1936, 273 Seiten

1937 erschien der Roman ebenfalls in der Büchergild Gutenberg (Wien, Zürich, Prag).

Gestalten und Schicksale
Die Börse vom 3. September 1936, 3
Stephan Pollatschek schrieb den Roman der Banknote und betitelt ihn „John Law“ (Saturn-Verlag, Wien). Der junge John, Sohn des ehrenwerten schottischen Gold- und Silberschmiedes war schon in seiner Jugend ein gewiegter Mathematiker. Wie ihm später  die Idee zu einer umwälzenden finanztechnischen Neuerung kam, gehört zu den schönsten Stellen des Romans, der kein Roman ist, sondern eine lebhaft mit realistischer Phantasie untermalte historische Studie; dichterisches Können paart sich hier mit gewissenhafter Forschung und tiefgehende Kenntnis jener interessanten Zeit, als das achtzehnte Jahrhundert sein Nahen durch neues Denken und revolutionären Geist ankündigte.
Aber Laws revolutionärer Gedanke hat seinen Schöpfer begraben. Pollatschek schildert den Zusammenbruch der Kompagnie. Sprunghaft, über Nacht, waren alle Preise gestiegen. Holz und Kohle waren im Laufe von zwei Tagen um die Hälfte teurer geworden, Stoffe um das Dreifache, Heu und Stroh um das Vierfache, Hafer und Kerzen um das Fünffache, Brot um das Neunfache, Kaffee um das Sechsunddreißigfache. Die Kaufleute hatten zweierlei Preislisten aufgelegt: für Waren, die in Gold bezahlt, und für solche, die in Noten beglichen wurden; die Spannung betrug bis zu 40% zugunsten des Goldes. Und als nun gar die Bauern ihr Getreide zurückzuhalten begannen, schien es, als wäre das Ende der Banknote gekommen.
John war außer sich: Sollte sein Werk zugrunde gehen, weil einige gewissenlose Spekulanten ihren Gewinn in Sicherheit bringen wollten? Nein, hier mußte mit Gewalt eingeschritten werden. Die Banknote war in Gefahr! Sein Werk wollte man vernichten! Eine Verordnung jagte die andere. Zuerst wurden die Inhaber von Edelmetallen aufgefordert, ihre Schätze ins Ausland zu schaffen, da dies noch weit besser wäre, als sie im Inland dem Verkehr zu entziehen; dann wurde eine Münzverschlechterung angekündigt. Wird einmal alles Gold und Silber aus dem Lande sein, dann wird die Banknote wohl wieder ihren alten Wert bekommen! yerkündete einer von Johns Mitarbeitern, der aber dabei die Ansicht seines Herrn und Meisters nur entstellt und unverstanden weitergab. Vor allem galt es, das Vertrauen zur Note und zum System wieder zu heben. John ließ die Leiter der Zeitungen zu sich rufen und beriet sich mit ihnen. Das Ergebnis war ein Brief, den John an einen erdichteten Freund schrieb und in dem es hieß:
„In jedem Staat gibt es eine gewiss© Anzahl furchtsamer und fauler Menschen, die nur an ihr persönliches Interesse denken und denen das allgemeine Wohl gleichgültig ist. Sie wollen ihr Geld nur in sicheren Renten anlegen und entziehen dem Handel somit beträchtliche Summen. Diesen Rentnern ist ihre ungestörte Nachtruhe wichtiger als das Wohlergehen der Allgemeinheit, ihr einziger Wunsch ist es, sichere Zinsen für ihr Geld zu erhalten. Zu wünschen aber wäre es, daß das Geld umsonst verliehen werde. Ich bedauere jeden, der die Verpflichtung auf sich nimmt,
 entliehenes Kapital in Renten zurückzuerstatten. Jedes derartige Vorgehen schließt die Grundlage des Wuchers in sieh; unter dem
 Anschein einer Wohltat versetzt es ausschließlich den Geber in eine bessere Lage, während es den Empfänger, dem es helfen sollte, dem Ruin zuführt. Das System will die Tilgung der Renten, um einen Ausgleich herzustellen, es bietet Ihnen dagegen eine neue Vermögensanlage. Auf dies© Weise wird Ihr Kapital der ganzen Nation, der Ertrag aber Ihnen zugute kommen. Das System wird sich auch ohne Ihre Mitwirkung durchsetzen, weil das Prinzip, auf dem es beruht, gut ist und zuletzt auch den Sieg über alle Gegenangriffe davontragen muß. Der Zeitpunkt des Erfolges hängt dagegen von der Haltung und dem guten Willen des einzelnen ab.“ Der Brief wurde in mehreren hunderttausend Exemplaren gedruckt, Ausrufer in bunten Uniformen und von einer Musikkapelle begleitet durchzogen die Straßen und verteilten das Flugblatt.
Doch Brief und Verordnung Wieben wirkungslos. Man wollte also den Kampf bis aufs Messer? Gut, man sollte ihn haben! Und es erschien eine Verordnung, derzufölge alles Gold und Silber sogleich der königlichen Münzstätte einzuliefern sei. Der Compagnie des Indes wurde die Erlaubnis erteilt, nach Ablauf einer Frist von drei Tagen in allen Häusern, Klöstern, ja sogar in den Palästen
 des Königs Hausdurchsuchungen nach Edelmetallen zu halten.
Zwei Tage lang glaubte John die Schlacht gewonnen zu haben, denn tatsächlich strömte viel Gold in die Münze. Aber am dritten Tag schon ebbte dieser Zustrom ab. Da der Ankauf von Gold und Silber verboten war, kaufte man Schmuck, Diamanten und Perlen, für die jeder verlangte Betrag gezahlt wurde. Einige Tage aber nach Erlaß dieser Verordnung meldeten Johns Agenten: die Schmuckstücke würden wohl nicht mehr öffentlich getragen, man verwahre sie an sicheren Orten, man vergrabe sie sogar, die Ankäufe aber würden fortgesetzt und die Juweliere ließen sich wegen der Gefahren, denen sie sich so aussetzten, nur um so teurer bezahlen.
John war der Verzweiflung nahe. Gab es denn keine Mittel, dem Zusammenbruch Einhalt zu gebieten? Wollte das Schicksal ihn von seiner stolzen Höhe in den tiefsten Abgrund stürzen? Diese Massenflucht vor der Banknote mußte ja ins Verderben führen! Toren waren es, die da glaubten, sich aus dem Chaos retten zu können! John lachte. Der Fall der Banknote müßt das Land in einem Meer von Papier ertränken. John konnte viele Nächte keinen Schlaf finden und nickte er einmal für wenige Minuten ein, so erwachte er müde und zerbrochen.
Im März 1779 erkrankte John Law. Der Arzt, den d’Alverda holen ließ, schüttelte den Kopf, murmelte unverständliche Worte und brachte Pulver und Tränklein. John lächelte. Er wußte es besser; er war gar nicht krank — nur, daß er aus Frankreich, aus Rußland und Schweden keine Nachricht erhalten, daß alle Bittschriften unbeantwortet geblieben waren, hatte ihn verstimmt, aber krank, nein, krank war er nicht. Müde bin ich nui, dachte er, mein Körper muß sich ausruhen. Und so lag er da und wartete ungeduldig auf das Eintreffen der Nachrichten. Aber die wollten nicht kommen. Da beschloß John, selbst nach Paris zu reisen, ihn mußte man empfangen, den ehemaligen Finanzminister des Reiches konnte mail nicht abweisen. Hatte er doch erst im „Mercure“ gelesen:
Man hat Mister Law ungerecht behandelt. Alles Gute, das er geschaffen, ist mit seinem Sturz begraben worden. Wir haben jetzt wieder die alte elende Finanzwirtschaft. Laws Zeit wird wieder kommen, er ist der Wegbereiter einer neuen Epoche.“
Der geniale Schotte starb, ohne Anerkennung zu finden.


Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh. (Roman) Wien: Saturn 1937, 320 Seiten

„Flammen und Farben.“ Ein Van-Gogh-Roman von Stephan Pollatschek. (Saturn-Verlag, Wien.)
Neuerscheinungen. In: Gerechtigkeit vom 22.4.1937, 12
Mit seinem Van-Gogh-Buch — dem sechsten in der Reihe seiner Romane ist Pollatschek zu dem Punkte gelangt, wo der Dichter immer mehr Verdichter und Immer weniger Erfinder wird, weil er erkannt hat, daß schon das Leben das unwahrscheinlichste aller Abenteuer bildet.
— „Flammea und Farben“ stellt den tragischen Zusammenprall eines schöpferischen Menschen mit seinem Jahrhundert dar. Sorgfältig unterbaut durch eingehendstes Studium des ungeheuren Materials an Briefen, Berichten und Fachliteratur, bildet das Werk einen Grenzfall zwischen Roman und Biographie.
Van Gogh besaß die tiefe, schöpferische Liebe, welche die Schönheit gerade in jenen Dingen e r td?ckt, che alle Welt bis dahin für häßlich hielt. Dieser Eroberer eines neuen Kontinents der Kunst hat mit allen seinen Gemälden — die heute Millionenwerte darstellen — während seines ganzen Lebens keine hundert Francs verdient. Mit tiefer Erschütterung und atemloser Spannung liest man das trawsche Leben und Sterben eines Mannes, der — ein Dcwtoicwsk: der Farben — gleich dem berühmten Russen ein König und Erlöser im weiten Reiche der beleidigten Drw und Manschen war: ewig aber ein Fremdling in dem Pariser Milieu geblieben ist, das übrigens Pollatschek mit einzigartiger Plastik hinstellt.
H. Eilen.

Radio Wien, Sonntag, 16. Mai 1937, 15,15: Die Bücherstunde.
Radio Wien. Heft 33 vom 14. Mai 1937, 14
Egon Caesar Conte Corti: Unter Zaren und gekrönten Frauen; Josef Frank: Amerikaner; Francis Hackett: Franz der Erste; Stefan Pollatschek: Flammen und Farben; Herbert Vielstedt: Cola di Rienzo. Es spricht Rudolf List.


Dozent Müller. Die Tragödie eines Wiener Arztes. (Roman). Wiener Verlag 1948. 254 Seiten. Urspr. Titel: Die Pest

STEPHAN POLLATSCHEK
DOZENT MÜLLER
Die Tragödie eines Wiener Arztes
Roman. Halbleinenband mit Schutzumschlag. Oktav. S 21,—
Stephan Pollatschek schuf mit diesem Werk einen Roman, der auf historischen Tatsachen beruht und das Ergebnis eingehender Studien ist. Dem Buch liegen die Pestfälle zugrunde, die sich im Oktober 1898 — also vor 50 Jahren — in Wien ereigneten und die Bewohner in Angst und Schrecken versetzten. Lähmendes Entsetzen vor der Gefahr «einer Seudie hatte sich der Wiener bemächtigt, die unheimlichsten Gerüchte drangen über die Grenzen und hielten die Welt in Spannung. Der Autor setzt mit seinem Roman inbesonderc dem Arzt Dr. Hermann Franz Müller ein Denkmal, der sich an Opfermut bei der Pflege der von der Pest betroffenen Personen auszeichnete und sein Leben einsetzte zur Bekämpfung dieser furchtbaren Krankheit, um schließlich ebenfalls von dem heimtückischen Gift dieser Seuche hinweggerafft zu werden. Ein fesselndes Werk, das das stille Heldentum und die Opferbereitschaft einiger Menschen der Vergessenheit entreißen soll.
Inserat Wiener Verlag in: Oesterreichische Buchhändler-Correspondenz vom 15. Dezember 1948, 33

Dozent Müller. Die Tragödie eines Wiener Arztes. Roman in Fortsetzungen in der Arbeiter-Zeitung, 5.6.-31.7.1949
Ankündigung in Arbeiter-Zeitung vom 4.6.1949, 3
Unser neuer Roman spiel in Wien der neunziger Jahre. Er schildert eine Episode aus Wiens Geschichte, die viele unserer Leser aus einem im vorigen Jahr in der Arbeiter-Zeitung erschienenen Artikel in Erinnerung haben dürften: den Ausbruch von Pestfällen in Wien im Jahr 1898.
Dozent Müller. Die Tragödie eines Wiener Arztes erzählt eine Geschichte von menschlichem Heldentum – und menschlicher Bosheit. Der Selbstaufopferung einer Handvoll Menschen, Ärzten und Pflegerinnen ist es zu danken, daß die Pest nicht zur Seuche wurde, die tausende vernichtete. Dozent Müller gab sein eigenes Leben, um das ungezählter anderer zu retten. Es waren die Schüler des großen „guten“ Arztes Professor Nothnagel, die so handelten.
Während sie die wirkliche Pest bekämpften, richtete eine andere, eine geistige Pest Unheil an: christlichsoziale Spießer und deutschnationale Hetzer verbreiteten den Pestbazillus Antisemitismus; sie machten auch vor Nothnagel nicht halt, weil er ein Mann freiheitlichen Geistes war. Unsere Leser werden es dem vor kurzem verstorbenen Wiener Schriftsteller Stephan Pollatschek danken, daß er in diesem Buch dem Dozenten Müller und seiner Zeit ein würdiges Denkmal gesetzt hat.
Die Veröffentlichung in der Arbeiter-Zeitung beginnt morgen Sonntag.

c) Zusammenfassung und Analyse der Erzählung „Die Wurmstichigen“

„Die Wurmstichigen“ von Stefan Pollatschek
Manuskript, 231 Seiten

Das vorliegende nie publizierte Manuskript entstand gleich dem in der „Arbeiter-Zeitung“ als Fortsetzungsroman vorgeführten Roman„Gericht“ etwa um 1930 oder etwas davor, die starke Inflation lässt die zuvor eher wohlhabende Industriellenfamilie rasch verarmen. Und so wie der Fortsetzungsroman kann es durch die Betrachtung „der Erlebnisse eines Einzelnen als Bild der Zeit“ erachtet werden.

Das Bild, welches in „Die Wurmstichigen“ beschrieben wird, ist das einer jungen Frau, ja zu Beginn eines Mädchens, das gleich einer Collage  Vorankommen und Zurückgeworfenwerden anhand der sie umgebenden Männer wiedergibt. Es sind viele Männer und es sind sehr unterschiedliche Männer – zwei von ihnen werden zu Beginn und am Ende des Romans ermordet. Elisabeth, genannt „Li“ hat aber nur peripher mit den Straftaten zu tun, es sind ihr nahe stehende Männer, die entscheiden, dass etwas zu rächen sei. So stehen beide Morde im direktem Bezug zu ihr, sind aber nur Sinnbild für das der Zeit einerseits entsprechenden, aber auch zerbröckelnden Vorstellung, „wie eine Frau zu sein habe“, wolle sie etwas darstellen und gelten. Lis Vater ermordet ihren Arbeitgeber, dem er aufgrund voran gegangender Erfahrungen bereits misstraute, nachdem er gewahr wird, dass Li als 16-Jährige nicht nur Bürodienst sondern zur Affäre mit dem Alten (genötigt) wird. Andere Beteiligte deuten an, sie selbst wäre am Unglück ihres Vaters schuld, der bald im Gefängnis stirbt. Sie jedoch hat eine andere Erklärung für den Mord: Er sei aus Feigheit passiert, der Gebrauch von Waffen würde im Gegensatz zu etwa Erwürgen auf fehlenden Mut hindeuten. Generell wirkt die Abgrenzung zum eigentlich überaus geliebten Vater, der „niemals lügen könne“ und „viel zu weich für einen Mann sei“, durch den ganzen Roman hindurch. Die immer wieder im Raum stehende Frage „Ist das nun ein Kind oder ein berechnendes Weib?“ bezeugt das auf unangenehme Weise. Eine Frau hat wie ein Kind nicht berechnend zu sein.

Dass sich Stefan Pollatschek mit durchaus zynisch-frivolen Anekdoten der zuerst eher bürgerlich-gebildeten und schließlich in den „Inflationsjahren“ vollkommen verarmten Frau annimmt, scheint in Anbetracht der sich aufraffenden Frauenbewegung, die er selbst ja befeuerte, dennoch fortschrittlich. Es wird ein gleichsam ambivalentes Bild von der selbstbestimmten Frau, zumindest was sexuelle Belange betrifft, geschaffen. Der Opportunismus bildet die Entscheidungen, mit wem körperliche und geschäftliche Beziehungen eingegangen werden. Das Märchen vom ehrenhaften Aufstieg durch Arbeit wird nicht nur durch den immer wiederkehrenden persönlichen Rückschlag, der einem sehr nahe geht, da man ja mit Li hofft, es möge sich doch bitteschön alles zum Besseren wenden, beschrieben, nein, es gibt da auch noch die einzelnen Figuren, die „Arbeit an sich“ als aussichtsloses Unterfangen ansehen; man sei eben dafür geschaffen oder nicht, sich etwas zu erarbeiten, so der gutaussehende und gut aussehende Arzt auf der Parkbank im Volksgarten.

Der Titel des Buches, welcher im Wortlaut nicht ein Mal erwähnt wird, scheint wohl gewählt zu sein: Ist der Wurm wo drin, wo Geist und Körper korrumpierbar scheinen?Und ja, nicht nur Geist und der Körper der mittellosen jungen Frau, nein, alle scheinen erpressbar und bestechlich und vom Wurm befallen zu sein.

Nur einer sticht aus dieser Reihe hervor, taucht immer wieder in Erscheinung und wird schlussendlich nur durch die Attestierung einer Geisteskrankheit vor weiterer Kerkerhaft bewahrt: Bernhard, der Bruder von Li, in der Tschechoslowakei im Gefängnis als Deserteur und harter Verfechter von Pazifismus: „Ich glaube nicht, dass uns andere Menschen angreifen werden, wenn wir die Waffen niederlegen. Es gibt andere Staaten, in denen keine Militärdienstpflicht besteht. (…) Es wäre weniger gefährlich für mich gewesen, die kurze Militärzeit wie alle anderen zu absolvieren.“ Nach weiterer Befragung, ob es nicht doch eine religiöse Überzeugen sei, die es verunmögliche, eine Waffe in die Hand zu nehmen, sagt der Angeklagte: „Es gibt auch eine Ueberzeugung, die ein nichtreligiöser Mensch haben kann. Hätte ich bloss meiner Dienstpflicht nicht entsprechen wollen, dann hätte ich nicht einrücken müssen. Ich habe in Oesterreich gelebt, und mit Gewalt hätten Sie mich nicht über die Grenze bringen können. Aber das lag außerhalb meiner Absichten, ich bin eingerückt, freiwillig eingerückt, obwohl ich wusste, was mir bevorsteht.“

Am Höhepunkt der Verzweiflung sitzt Li, wie so oft zuvor im Volksgarten und lässt sich mit einem ihr Fremden ein. Dass sie hernach Bezahlung angeboten bekommt, schockiert sie einerseits, andererseits erscheint ihr Prostitution als Möglichkeit, sich selbst und die Familie der Schwester samt Mann und Kind aus der Misere zu ziehen. Das beendet Li jedoch bald darauf wieder als ihr von einer „netten Dame“ gedroht wird, die Geschäfte selbstständig weiterzuführen und sich doch gleich .

Was die eigentliche Intention Stefan Pollatscheks war, „Die Wurmstichigen“ zu verfassen, warum er sich immer wieder einer schmerzhaften Satire bedient, die die Naivität und Aussichtlosigkeit der Hauptprotagonistin beschreibt, ist zum Teil unklar. Dennoch: es bedarf einer gewissen Liebe zu den Gestrandeten und auch einer versteckten Aufforderung zur Organisation aller Gestrandeten, allen voran den Frauen, denn sie selbst müssen sich ihrer Stricke bewusst werden, sie selbst müssen sie sprengen.

Insofern erscheint es mehr wie ein Witz, dass die Rettung Lis durch einen wahnwitzigen, scheinbar verrückten Gnom in ihr Leben tritt. Dieser verehrt sie aufgrund ihrer Reinheit, die er daran erkennt, dass sie keine Flöhe habe und schlägt ihr vor, gemeinsam ins gelobte Land Alaska zu verreisen. Ob sie diesem Angebot zustimmt, erfährt man als LeserIn nicht. (Hannah Menne)

d) Übersetzungen von Stefan Polltascheks Arbeiten

https://www.worldcat.org/ und andere Seiten für die jugoslawischen, ungarischen und tschechischen Übersetzungen.

Polen * Niederlande * Jugoslawien * Ungarn/Tschechoslowakei * Tschechoslowakei * Japan * Korea * Großbritannien

 

Polen

Dr. Berghof przyjmuje od 2-4 pop. : powieść
Übersetzer: Marceli Tarnowski
Gedrucktes Buch : Belletristik
Verlag: Warszawa : "Nowa Powieść", 1934

Finał małżeństwa : powieść
Übersetzer: Marceli Tarnowski
Gedrucktes Buch : Belletristik
Verlag: Warszawa : "Nowa Powieść", 1935

Człowiek w trybach maszyny : powieść
Übersetzer: Marceli Tarnowski
Gedrucktes Buch : Belletristik
Verlag: Warszawa : "Nowa Powieść", 1935

John Law : powieść
Übersetzer: Marceli Tarnowski
Gedrucktes Buch : Belletristik
Verlag: Warszawa : "Nowa Powieść", 1936

Płomienie : powieść
Übersetzerin: Gizela Nadlerowa
Gedrucktes Buch : Belletristik
Verlag: Lwów : "Myśl", [1938]

Ambulatorium : powieść
Übersetzer: Marceli Tarnowski
Gedrucktes Buch : Belletristik
Verlag: Warszawa : "Nowa Powieść", 1938

Dżuma
Übersetzer: Jacek Frühling
Gedrucktes Buch : Belletristik
Verlag: Warszawa : "Nowa Powieść", 1939

Marceli Tarnowski (1899-1944). Bekannter polnischer Übersetzer aus Deutsch, Russisch, Französisch und Englisch. Hat u.a. Franz Blei übersetzt.
Gizela Nadlerowa, auch Nadler, hat in den 1930er-Jahren u.a. deutsche und österreichische AutorInnen wie Alma Johanna König, Lion Feuchtwanger, Lilli Körber, Gerson Stern und den US-amerikanischen Schriftsteller Henry Oyen übersetzt. Sie dürfte in Lemberg gelebt haben und 1939 nach Rumänien entkommen sein.
Jacek Frühling, eigentlich Bolesław Jan Frühling (1892-1976) war Publizist, Redakteur, Übersetzer und Diplomat. Von 1926 bis 1938 war er Redaktionssekretär der Warschauer Tageszeitung "Kuriera Polskiego"; 1945 Gründer und ab 1946 Herausgeber „Dziennika Krakowskiego” („Dziennik Polski”). Von 1946–50 war er im diplomatischen Dienst. Übersetzer von Lion Feuchtwanger, Egon Erwin Kisch, Carl Zuckmayer, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Henrik Ibsen. 1964 hat er seine Erinnerungen "W moim kalejdoskopie" veröffentlicht. (A.Emanuely)

 

Niederlande

John Law: roman van een avonturier
Übersetzer: J.D.H van Veldhuizen
Verlag: Hoorn West-Friesland s.a. 1940?

Vlammen en kleuren het leven van Vincent van Gogh
Übersetzer: H.J. Smeding; Joseph Cantré
Verlag: Amsterdam Wereldbibliotheek 1938
Serien: Wereldbibliotheek, 683.
Diese Übersetzung wird erwähnt in: Alfred H. Barr, Jr.: Vincent Van Gogh. Museum of Modern Art, New York 1935, 46

Vlammen en kleuren het leven van Vincent van Gogh
Übersetzer: Joseph Cantré
Verlag: Wereldbibliotheek 1942
2e

Hendrik Jan Smeding (1899-1979) war Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber. Neben Stefan Pollatscheks Van Gogh-Roman hat er Franz Werfels "Höret die Stimme" aus dem Deutschem und "Jenny" der Literatur-Nobelpreisträgerin Sigrid Undset aus dem Norwegischen übersetzt.
Bei Joseph Cantré handelt es sich um den belgischen Künstler Jozef Cantré (1890-1957), welcher eher als expressionistischer Bildhauer und Illustrator bekannt war. Doch hat er auch einige Male als Übersetzer gearbeitet, so auch beim Roman "Mirjam" (1938) der deutsch-holländischen Schriftstellerin Elisabeth Augustin.

 

Jugoslawien

 

John Law. roman o rađanju banknote

Übersetzer: Amalija und Stevan J. Milovič.

Verlag: Belgrad: Izdanje Nolit 1938

Cover von Pavle Bihaly

 

Belgrad 1928: Der Fotograf und Illustrator Pavle Bijaly gründet gemeinsam mit seinem Bruder Oto Bihalji-Merin, der Schriftsteller, Maler, Kulturkritiker und Pilot war, die Zeitschrift „Nova Literatura“ (Nolit) und den „Nolit“ Verlag. Vorbild war der "Malik"-Verlag, Autoren waren u.a.: Isaak Babel und Upton Sinclair, Jack London und John Steinbeck, Traven, Kisch, Remarque, Gorki. Oto Bihalji-Merin lebte bis 1933 die meiste Zeit in Berlin, wo er sich Oto Biha nannte und neben Georg Lukàcs Redakteur der Zeitschrift "Linkskurve" war und sich mit Johannes R. Becher und Brecht, Piscator, Anna Seghers und John Heartfield anfreundete. Nach dem "Reichstagsbrand" zog er nach Frankreich, wo er mit Manès Sperber das "Institut zur Erforschung des Marxismus" gründet. und dann in die Schweiz, bevor er 1936 nach Spanien ging. Von dort berichtete er unter dem Namen Peter Merin für die "Pariser Tageszeitung". Noch 1936 erschien sein Buch "Spanien zwischenTod und Geburt". Er kehrte nach Jugoslawien zurück, wurde 1941 als Reserveoffizier Kriegsgefangener, in der er bis 1945 blieb.
Pavle Bijaly (Bihali) baute den "Nolit"-Verlag auf, war Verlagschef, Illustrator, Übersetzer und veröffentlichte Essays.
Er war seit 1920 Mitglied er Kommunsitschen Partei und nach 1941 im Widerstand gegen die Nazis tätig. Er wurde am 17. Mai 1941 in Gornji Milanovac als Mitglied einer Widerstandsgruppe verhaftet und am 21. Juli hingerichtet.

Amalija und Stevan J. Milovič haben gemeinsam u.a. Lion Feuchtwangers Josephus-Trilogie und z.B. aus dem Englischen John Boynton Priestleys Komödie „Skandal“ übersetzt. Amalija Milovič hat u.a. Lion Feuchtwangers „Das gelobte Land“ und Stevan J. Milovič hat u.a, B. Travens „Ein General kommt aus dem Dschungel“ oder Franz Werfels „40 Tage des Musa Dagh“ übersetzt.

 

Ungarn/Tschechoslowakei

 

John Law. feltalálja a bankót

Übersetzer: Gergely Janka

Verlag: Bratislawa: Eugen Prager, 1936

 

Gergely Janka hat 1934 Lili Körbers im selben Jahr erschienen Roman „Eine Jüdin erlebt das neue Deutschland“ (Ruth és a Harmadik Birodalom) übersetzt.

 

Tschechoslowakei

 

Román bankovky : sláva a pád Johna Lawa (John Law)

Übersetzer: František Schörpner

Verlag: Praha : Toužimský a Moravec, 1937

František Schörpner war vor allem für seine Karl May-Übersetzungen bekannt. Weiters hat er Maria Leitners Reportagenroman „Eine Frau reist durch die Welt“ (Ďábelské ostrovy /Teufelsinsel) übersetzt. František Schörpner wurde 1941 im KZ Dachau ermordet.

 

Japan

焰と色 : 小說ヴァン・ゴッホの生涯 / (Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh.)
Honō to iro : shōsetsu van gohho no shōgai.
Übersetzer: Ryūzaburō Shikiba
Verlag: 牧野書店, Tōkyō : Makino Shoten, 1941.

焰と色 : ヴァン・ゴッホの生涯 / (Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh.)
Honoo to iro : Vuan gohho no shōgai
Übersetzer: Ryūzaburō Shikiba
Verlag: 乾元社, Tōkyō : Kengensha, Shōwa 21 [1946]

炎と色 : 小說 ヴァン・ゴツホの一生 / (Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh.)
Honoo to iro : Shosetsu van gohho no issho.
Übersetzer: Ryūzaburō Shikiba
Verlag: 現代社, Gendaisha.

Honoo to iro : Vuan gohho no shōgai / (Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh.)
Übersetzer: Ryūzaburō Shikiba
Verlag: Tōkyō : Futamishobō, 1951.

Hono to iro / (Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh.)
Übersetzer: Ryūzaburō Shikiba
Verlag: Tokyo : Gendai Sha, 1955

Ryūzaburō Shikiba (1898-1965) war ein bekannter japanischer Psychiater, der auch als Schriftsteller tätig war. Sein besonderes Interesse galt Van Gogh, weshalb er wohl auch das Buch übersetzt hat.

 

Korea

불꽃과 색채 : 빈센트 반 고흐 평전 / (Flammen und Farben. Das Leben des Malers van Gogh.)
Autor:     슈테판 폴라첵 지음 ; 주랑 옮김. 주랑. Stefan Pollatschek
Verlag:, veröffentlicht erstmals 1976 im 정음사 (Jungeumsa Verlag), neueste Auflage 2019 bei 이상북스 (esangbooks)

 

Großbritannien

The strange story of John Law : a novel based on the amazing career of the notorious financier and adventurer of the eighteenth century
Übersetzer: Gerald Griffin
Verlag: London : Hutchinson & Co., ltd, 1936