HINWEIS: "Fremdvölkische Kinderheime" in "Oberdonau"
Buchvorstellung und Diskussion eines neuen Sammelbandes
Mit: Maria PRIELER-WOLDAN, Martin KRANZL-GREINECKER, Manfred MARTIN, Markus RACHBAUER, Bruno SCHERNHAMMER
Buchvorstellung und Diskussion eines neuen Sammelbandes, der sich den „Fremdvölkischen Kinderheimen“ im „Gau Oberdonau“ widmet. Dieser wurde in jahrelanger Forschungsarbeit von einer Projektgruppe, die vom Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim koordiniert wurde, erstellt.
Während des Nationalsozialismus mussten in der Landwirtschaft und in Betrieben im „Gau Oberdonau“ Zehntausende Menschen Zwangsarbeit leisten, darunter waren auch sehr viele Frauen und Mädchen, die ins „Deutsche Reich“ verschleppt wurden. Viele der weiblichen Zwangsarbeiterinnen wurden – häufig auch unfreiwillig in Folge von Vergewaltigungen – schwanger. Das NS-Regime reagierte darauf mit der „Rückverbringung“ von Schwangeren in ihre Heimatländer, mit Zwangsabtreibungen und auch mit der Einrichtung von als „Fremdvölkische Kinderheime“ bzw. „Ausländerkinder-Pflegestätten“ verharmlosten Internierungseinrichtungen. In diesen wurden die ihren Müttern entrissenen Säuglinge und Kleinkinder osteuropäischer und sowjetischer Zwangsarbeiterinnen untergebracht. Die Versorgung in diesen Heimen war vielfach katastrophal und hatte schwere Erkrankungen und zahlreiche Todesfälle von Kindern zur Folge.
Die erste derartige Einrichtung wurde 1943 in Spital am Pyhrn im „Gau Oberdonau“ eröffnet, es folgten in den darauffolgenden Jahren noch mehrere weitere Standorte. Insgesamt gab es im „Deutschen Reich“ mehrere Hundert derartiger Heime, Zehntausende Kinder dürften in diesen verhungert bzw. an der mangelhaften Versorgung gestorben sein.
Mehr Infos: repclub.at

Markus Rachbauer, Florian Schwanninger, Susanne Lammer, Martin Kranzl-Greinecker (Hg.)
„Fremdvölkische Kinderheime“ in „Oberdonau“
Historische Texte des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim 8
ISBN: 978-3-7065-6077-1 (Studienverlag)